Mein Hobby

Ich weiss nicht, ob ich das schon mal erzählt habe: Ich sammle. Bin also ein Sammler. Will sagen ein passionierter Sammler.

Nein, ich sammle keine Briefmarken. Die blaue Mauritius würde ich sofort zu Bargeld machen. Ich sammle auch keine Münzen, keine Modellautos und keinen Petrus aus Bordeaux. Ich wette, Du kommst nie drauf, was meine Leidenschaft weckt. ZUm Beispiel liegt der Wert eines meiner Objekte bei 20 bis 25 Cent. Eine Wertsteigerung ist für die nächsten 50 Jahre völlig ausgeschlossen. Dennoch kann ich mich nicht beherrschen; seit ich auf dieser Schiene fahrem, weiss ich, wie sich „Sucht“ anfühlt.

Natürlich! Ich vergass zu erwähnen, was ich sammle. Es sind leere Weinflaschen.

Ich habe das gründlich durchdacht: Es gibt nur Gewinner. Der Winzer hat Umsatz, der Weinhändler hat Umsatz, ich habe keinen Umsatz, aber den Wein, und zugleich ein Sammelobjekt. Sollte ich in ferner Zukunft Platzprobleme kriegen, so mache ich meinen Umsatz mit den Querdenkern. Die brauche immer leere Flaschen, zum Werfen, als Molotow-Cocktail oder ähnliches. Oder ich beliefere jene unglücklichen Trucker, die nach Britannien fahren müssen. Ich stelle ein Set zusammen aus Flasche, Plastik-Trichter und einer Serviette. So ist im LKW gut zu pinkeln, wenn man in Dover im Stau steht.

Na, habe ich Ideen, oder habe ich Ideen?

6 Antworten auf “Mein Hobby”

  1. Nein, darauf, daß Du Weinflaschen sammelst, darauf wäre ich wirklich nicht gekommen – das ist wirklich sehr speziell – und sympatisch 🙂
    Liebe Grüße aus Grand Est, bT!NA

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    1. Nun wird es für mich peinlich. Ich sollte alles erzählen. Es ist so, dass ich Weine einkaufe und trinke wie jeder Mensch.
      Dann verstecke ich die leere Flasche vor meiner Tochter. Aber sie findet das Glas immer, und es geschieht zweierlei.
      Zum einen konfisziert sie die leere Flasche, und zum anderen verpasst sie mir das Prädikat „Alkoholiker“. So schaffe ich nie mehr als einen Bestand von max. 10 leere Buddeln, dann ist ein Transport fällig, und ich beginne von vorne.
      Diesen Prozess erlebe ich wie ein Hamster im Rad. Neuerdings sehe ich mich gezwungen, meine Tochter zu täuschen. Ich fülle Mineralwasser in eine leere Weinflasche und trinke spektakulär laut. So weiss sie nicht mehr, wann Wein, und wann Wasser fliesst. Interessant ist, dass sie noch nicht auf die Idee gekommen ist, die vollen Weinflaschen zu konfiszieren. Das wäre das Ende meiner bescheidenen Sammlung.
      Liebe bT!NA, entschuldige bitte, dass ich mich hier so ausweine. Es wird schon wieder.
      Herzliche Grüsse nach Grand Est, ich beneide Dich. Bin um die Ecke zu Hause gewesen, also Pfälzer, und ich liebe Strassburg und Colmar.
      Herzlich grüsst Ro.

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      1. So eine nette Geschichte Ro. 🙂
        Ein Pfälzer, so schön – und ich liebe Euren Dialekt, war aber noch nie in Eurer Gegend. Von der Südpfalz sagt man ja, es wäre die „kleine Toskana“, weil sie von der Sonne verwöhnt ist…. Colmar und Stassbourg sind von mir aus via Autobahn fast ein Katzensprung entfernt. Na, wer weiß, was man noch so alles unternehmen könnte, wenn, ja wenn das Wort mit «C» nicht wäre.
        Also warten wir geduldig, bis sich die Zahlen etwas beruhigen und sich die Politiker mit dem Impfen einig werden.
        Vielleicht sieht man sich einmal? On verra!
        Beste Grüße aus Grand Est in die Pfalz, bT!NA

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      2. Liebe bT!NA, was für eine reizende Idee, „sich einmal zu sehen! Vielleicht träume ich einmal davon -mehr kann ich nicht erwarten. Ich bin 81 und könnte Dein Opa sein. Ich bin so mobil wie das Matterhorn. Ich wohne am Stadtrand von Hamburg. Und mein Auto fährt nun meine Tochter. Was bleibt dann noch? Zorn auf die Norddeutschen, weil ihre Küche so uninspiriert ist, dass beim Labskaus die Kulinarik ihren Höhepunkt erreicht hat. Und es bleiben wertvolle Erinnerungen, wie die an das Maison Kammerzell, wo ich aus reinem Pflichtgefühl immer eine Schlachtplatte gegessen habe. Der müde Versuch des Nordens, Gleiches zu bieten, nennt man hier „Grünkohlessen“. Grünkohl ist so etwas wie Kehlkraut, das man im Süden an Schweine verfüttert.
        Wie das Leben so spielt: Mein Job hat mich durch Europa getrieben wie der Bauer seinen Ochsen. Ich wollte erst in München, dann im Markgräfler Land sesshaft werden, und wo bin ich kleben geblieben? Im Norden, beim Grünkohl! Immerhin könnte ich am Elbufer sitzen und Schiffe gucken – wenn man mich mit einer Schubkarre dorthin schafft.
        Herzlichen Dank für Deine Kommentare, und sei gegrüsst!
        Roland
        ps: Um einem Missverständnis vorzubeugen, versichere ich, dass mein Hinweis auf 81 und Opa sagen will, dass man in diesem Alter nicht mehr weite Reisen machen will. „Man“, das bin ich.

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      3. Roland, wirklich eine interessante Geschichte, wie Du im Norden „gelandet“ bist! Ja, bißchen schade, Hamburg liegt nicht gerade um die Ecke, das wäre die Pfalz schon eher… In diesem Fall bleiben wir auf jeden Fall virtuell in Kontakt.
        Grüße Dich ganz herzlich et à bientôt, BT!NA

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