Neues zum Brexit – 34 –

Ich weiss nicht, wie andere Menschen fühlen, wenn sie Britanniens Polit-Stars agieren sehen. Mich macht die Einstellung dieser Leute fassungslos.

Darüber hinaus muss man feststellen, dass auch jene Menschen, die man rücksichtsvoll die „Bürger“ zu nennen pflegt, irgendwie weit neben ihrem eigenen Hut stehen. Irgendwer tut den Briten irgendwas in den Tee!

Nehmen wir die Fischer. Es herrschte grosse Begeisterung, nachdem ihnen die EU ihre Hafenanlagen instand gesetzt hatte – Begeisterung für die Häfen, nicht für die EU. Darum stimmten sie für den Brexit. Zum Dank versprach die Rgierung finanzielle Hilfe, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Es lief, nur nicht die Logistik. Den Gammel auf den Trucks konnten sie wegwerfen. Grosses Geschrei, und die Regierung zahlte – nichts. Nun möchten sie den Freihandel mit der EU zurück, und dies als Drittland. Sie möchten nehmen, ohne zu geben.

Hier hat man sehr deutlich einen Fall von Ausbeuter-Mentalität, die sogar in gestandenen Kerlen wie in den britischen Fischern das Denken beherrscht. Vermutlich glauben sie, die EU wäre eine britische Kolonie, die man schröpfen könne. Und diese Denke wird durch den Neid noch angefüttert. Sie fahren mit ihren uralten, hochsee-untauglichen Klüten-Ewern die Küste längs und suchen nach den Resten der küstennahen Fischbestände, und weiter draussen holen die modernen Fabrikschiffe eben mal 6.000 Tonnen Fisch aus dem Meer und verarbeiten alles, sodass sie im Hafen fertig verpackte TK- Ware abzuliefern haben.

Den Kabeljau für ihre Küche fangen sie dann in isländischem Gewässer. Island ist ein kleines Völkchen mit verdammt viel Kabeljau vor der Haustür.

Wäre ich ein britischer Fischer, so würde ich die EU hassen. In einem Punkt sind sie im Recht. Intensive Küstenfischerei schädigt die Bestände. Küstengewässer sind Laichgebiete.
Wenn dann z. B. deutsche Baumkurren-Kutter auf Seezunge gehen und den Seeboden praktisch plattmachen, so ist das einfach inakzeptabel.

Letztlich müssen die britischen Fischer damit leben, dass sie zusammengeschrumpft werden bis auf Museumsgrösse, und die grossen Fabrikschiffe den Reibach machen.
Due deutschen mussten das auch lernen. Wo früher noch 20 Krabbenkutter im Hafen lagen, sinds heute noch zwei, und die reichen aus, um den Touristen an der Küste genug Krabben fürs Rührei zu liefern.