Zur Lage an der Front

Sobald ich über die Corona-Krise nachdenke, gerate ich an einen Endpunkt, der mir so garnicht behagt. Im Raum steht dann übermächtig ein Problem ohne Lösungsmöglichkeit.

Virologen werden, sofern sie als solche denken und reden, jede der bisher getroffenen Massnahmen als unverzichtbar bezeichnen. Die öffentliche Meinung und die „Bedenken“ von Interessengruppen wie zuvörderst die politischen Parteien sind irrelevant. Jede Diskussion darüber ist Theaterdonner von der wirklich üblen Sorte. Wenn eine Virus-Mutation droht, die in Grossbritannien (66 Mio. Einwohner) täglich 50.000 Neuinfizierte bewirkt, so muss man in DE mit 75.000 rechnen, und dies ist eine Anzahl Kranker, die das Gesundheitssystem nicht beherrschen wird. Ich verzichte darauf, die Toten hochzurechnen.

Höre ich mir nun diese erbärmlichen Pfuscher aus der Politik an, und ich meine hier insbesondere die Ministerpräsidenten der Bundesländer und ihren parasitären Anhang, und auf welche Weise diese Sorte ihre löcherigen Konzepte zu rechtfertigen versuchen, so wird mir einfach kotzübel. Ich behaupte, die Politik verteidigt Wirtschaftsinteressen überall dort, wo es sich lohnt.

Aber Vorsicht! Vorsicht! Es gibt Unterschiede in der Szene zu bedenken. Ein krasser Fall: Ein Grossunternehmen kassiert 1,7 Milliarden aus der Staatskasse und schont zugleich seine Schwarzgeldkonten. Dagegen steht der inzwischen prominente Gastwirt, der seine 2 Mitarbeiter nach Hause schickt, vergeblich aus Stütze wartet und seine Insolvenz kommen sieht. Zwischen beiden Extremen liegen zigtausend Gewerbetreibende, die den so wichtigen Binnenmarkt am Leben erhalten. Ich meine den unternehmerischen Mittelstand.
Diese Säule muss man vor der wirtschaftlichen Katastrophe schützen. Es ist vermutlich nicht möglich, sie mit Geld aus der Staatskasse am Leben zu halten, also müssen sie wirtschaften, also weiterarbeiten, und dies mit den bekannten Corona-Risiken. Man nimmt Krankheit und Tod in Kauf, damit sich das Große Rad weiterdreht. Sobald man auf irgendeine Weise die Virus-Epidemie im Griff hat, wird man nachschauen, wer übrig geblieben ist.

Das klingt ein wenig dramatisiert, und das ist es auch – um das Problem zu verdeutlichen:
Man rettet das Wirtschaftssystem, indem man – zumindest zur Zeit noch – Menschenleben opfert. Überspannt könnte man sagen, es sind Opfer für die Zukunft des Landes.

So etwas darf man zur Not denken, aber niemals sagen, und schon garnicht schreiben. Ebenso ist tabu, dass die gesamte Intelligenz des Landes, inklusive alle Besserwisser, aller Katholiken bis hinauf zum Papst, alle Esoteriker und alle anderen schrulligen Typen defacto keine Lösung dieses schlimmen Problems vorzuweisen haben.