Brexit – 29 – Satire

Ein britischer Traum – ins Bild gesetzt

Diese Briten – geschlagen mit grenzenloser Selbstüberschätzung – flüstern bereits seit Wochen über die Möglichkeit einer Rebellion gegen die Herrschenden wegen des Brexit resp. seiner ungeahnten Folgen, und wegen nicht eingelöster Versprechen ihres Premiers Boris Johnson.

Nun haben ihre Freunde, die Amis ihnen mit dem „Sturm auf das Capitol“ gezeigt, wie Meutern geht. Man ist fasziniert, und der Speichel tropft ihnen auf die Schuhe.

Sie setzen ihren Boris auf die selbe Stufe wie ihren Donald, gestehen aber zu, dass er noch Grenzen kennt und respektiert. Nur: Wer fragt schon nach Boris, wenn die Volksseele kocht? Uiii! Nun werden sie kalt, die Fingerchen, die so trefflich Vorteile abgreifen können!
Könnte es geschehen, dass die 12.000 Fischer wie ein Mann aufstehen, in London einlaufen und damit beginnen, Heringe auf den Buckingham Palace zu werfen? Oder, noch schlimmer, auf die Houses of Parliament, und mit Kabeljauköpfen auf die Westminster Abbey?
Und in der zweiten Reihe stehen diese Highlander, die Schotten, und werfen mit ihrem Haggis, dem Ding, das nur aus Ungeniessbarem vom Schaf gebaut ist.
Die dritte Gefechtsreihe bilden die Nordiren. Kampferprobt, wie sie nun mal sind, haben sie alles an Gerät mitgebracht, was Pulver und Blei verarbeiten kann.
In Reihe 4 stehen die Waliser und singen grinsend Spottlieder, zur Sicherheit in ihrer Sprache, damit man sie nicht versteht.
Und die Engländer? Sie sind verstört, packen und wollen alle nach Frankreich machen. Dort findet EU statt. Die ist nicht nur unbeliebt, weil sie Geld kostet, sondern auch beliebt, weil man Nutzen ziehen kann! Und bei Migranten halten sich die Kosten in sehr engen Grenzen, während die Vorteile nur darauf warten, genommen zu werden. Aber drei Engländer haben Germany im Visier, kalkulieren ein Risiko, wenn sie nach Deutschland gehen, denn die Daily Mail, die Daily Express und die Sun haben über Jahre berichtet, dass die BRD total von Nazis durchseucht sei, und entscheiden sich für das spanische Gran Canaria. Sie sind halt echte Insulaner, und Helgoland wäre ihnen zu klein geraten; dort kann man sich nicht so richtig zur Pracht der Persönlichkeit entfalten, ohne dass die Helgoländer Insulaner zugreifen und den Aufgeblasenen wie einen Kugelfisch an die Hummer verfüttern. So sind sie drauf, diese Helgoländer Nazis. Dor bliev man bedder wech!

Boris? Der Kleine ist zäh wie Juchtenleder. Er bleibt vor Ort, hat sich aber gekämmt, ordentlich mit Scheitel und Pomade, sodass ihn keiner erkennt. Die Queen, 94 Jahre alt, setzt ihren besten Hut auf, dieses Monster verträgt auch mal einen Schlag mit einem Stuhlbein. Und ihr Macker, der Prinz Philip, 99 Jahre alt, hat einen rostigen Säbel von der Wand genommen und mimt den Starken, der seine Elizabeth verteidigt bis aufs Blut. In Wahrheit will er nur den Hut verteidigen, der hat richtig Geld gekostet.

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