Das Fernsehn und ich

Der Fernseher steht in meinem Rücken, wenn ich am PC sitze. Ich habe mir angewöhnt, die Glotze als Radio zu verwenden, das mir von hinten erzählt, was in der Welt, oder sonstwo geschieht; wird’s interessant, dann drehe ich mich einfach mal um. Es gab schon Spielfilme, bei denen ich mich nicht ein einziges Mal umgedreht habe. Keine Figur hat ein Gesicht erhalten. Es gibt Werbung, die ich hundertmal gehört, aber nie im Bild wahrgenommen habe. Es könnten Hundeköddel als Akteure für Fischstäbchen werben – der Spass entginge mir über Wochen!

Wie? Schwachsinnig? Genau das ist es.

Aber irgendwann kommt die Meldung des Jahres, oder der Kick des Jahrhunderts, und dann vollführe ich eine 180-Grad-Drehung mit meinem Chefsessel und bin voll da. Man muss Geduld haben, finde ich. Bis zum nächsten säkularen Ereignis praktiziere ich TV auf amerikanisch. Einschalten und wegsehen. Leider habe ich mich in dieser Beziehung noch nicht voll entwickelt; bis gegen 19 Uhr bleibt die Flimmerkiste ausgeschaltet; in der typischen US-Familie schaltet man den TV ein, nachdem man das Bett verlassen, und bevor man den ersten Toilettengang erledigt hat.

Apropos Toilettengang: Letzte Woche hatte ich ….. nööö, das lassen wir lieber, nicht wahr?