Roland kocht

Wer immer mich im Elend sieht
und weiss, was täglich hier geschieht –
verlangt mein Körper Schweinebraten,
so bin ich wirklich gut beraten,
wenn ich nach endlos langen Wochen
so tapfer bin, selber zu kochen.
Dann kauft man mir ein Stück vom Schwein.
Es muss halt schon die Lende sein,
die vor mit liegt; ein schneller Blick
erkennt, sie ist nicht dünn, nicht dick.
Rasch würzen, aus der heissen Pfanne
die Farbe holen, die dem Manne
so schöne Röstaromen bringt,
dass ihn ein Glücksgefühl durchdringt.
Nun schnippelt er beseelt Gemüse,
der Bratenduft füllt die Kombüse,
die Pfeffermühle gibt ihr Bestes!
Der Höhepunkt des Küchenfestes
ist keinesfalls das Stückchen Schwein,
oh nein, es ist das Gläschen Wein,
das meine Arbeit oft begleitet
und mir ein wenig Spass bereitet
an meiner eigenen Kochkunst
und an dem fetten Küchendunst.
Alles wird nun gut eingepackt,
das Lendchen ist nun nicht mehr nackt.
Ein Zwiebelchen muss mit hinein
wie auch ein kleines Schlückchen Wein –
nun endlich ist der Ofen dran.
Er gibt, was er mir geben kann,
so um die hundertdreissig Grad,
es ist, was Lendchen gerne hat
und wenig später rosa saftig
mich wiedersieht und ….. ja, wahrhaftig
mit Buntem meinen Teller ziert
mit Bratensaft, und dezidiert
mich fordert: Mach jetzt hin, probier!
Ich eile! Doch ich gönne mir
dazu Baguette, per Hand zerpflückt.
So sitze ich, gänzlich entrückt,
zufrieden, voller Zuversicht,
als wäre ich im Kopf nicht dicht –
dann dämmert mir noch vor dem Essen:
Hab überall das Salz vergessen!