Über KI

Sind wir auf dem Weg in eine „Schöne neue Welt“? Huxleys dystopischer Roman scheint mit dem krebsartigen Wuchern der Künstlichen Intelligenz in die menschliche Existenz realer zu werden, als ich mir das wünsche.

Gewiss, wir befinden uns auf dem Weg in eine Maschinenwelt am Anfang. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wohin das Schiff steuert, und wo es für immer anlegen wird.

Es ist doch so: Automaten übernehmen Jobs, die bisher dem Menschen überlassen waren.
Der verliert nun seinen Arbeitsplatz und fällt der Allgemeinheit zur Last. Diese wiederum wird immer schwächer. Unter anderem auch, weil die Finanzkraft geringer wird. Dessen ungeachtet wird man möglicherweise mit einer Weltbevölkerung von 12 Milliarden rechnen müssen, und man sortiert sie zurecht wie bei Huxley, also nach einer Skla von Alpha plus bis Epsilon minus.
Die Alpha-Menschen werden hochbezahlte Spezialisten sein, und die Epsilon-Menschen dürfen – wenn überhaupt – im Spätherbst noch die Strasse fegen. Die Alphas haben ein Kobe-Steak auf dem Teller, die Epsilons Pellkartoffeln mit Streichhering.
Die einen trinken Wein, die anderen saufen Wasser, womöglich solches mit Umweltgiften versetzt. Die einen werden 90 Jahre alt, die anderen sterben mit 55. Und das ist so gewollt, denn es schafft Luft auf dem Planeten.

Diese dystopische Betrachtungsweise mag als Übertreibung abgetan werden. Sie ist heute Fiktion – aber was ist morgen? Wieviel Fiktion ist in den letzten 100 Jahren Wirklichkeit geworden?

Ursache für meine pessimistische Betrachtung sind zwei Personen; meine Tochter und ALEXA.

Tochter: Alexa, die Nachrichten!
Alexa: Wie heisst das Zauberwort?
Tochter: Alexa, bitte die Nachrichten!

Das ist natürlich ein wenig aufgepolstert, aber wir sind auf dem Weg dahin. Es wird eine Zeit kommen, in der Du Dich vor Deinem Tablet-PC fürchten musst. Das Ding wird Dir einen Sensor in den Rachen schieben und einen Corona-Schnelltest machen, sobald Du auf ON gedrückt hast. Gefragt wirst Du nicht. Wart’s ab!