Brexit – 26 –

In Grossbritannien hat man Passanten zum Brexit-Deal befragt. Die Leute zeigten sich unzufrieden. Ihre Begründung – mehrheitlich angetroffen – ist allerdings sonderbar.

Beim Votum f ü r den Ausstieg aus der EU war ihr Hauptmotiv die Migration. Allerdings ist die Sichtweise beachtenswert: Sie sagen, sie mögen keine Deutschen, keine Franzosen, keine Italiener in ihrem Land.

Nun muss man sie interpretieren.
Da sind die Colored people aus den ehemaligen Kolonien. Sie sind Unterklasse, dienen dem Establishment in jeder denkkbaren Weise und sind als Hilfskräfte willkommen.

Und da sind die Europäer. Sie sind qualifiziert für gute Jobs, besetzen sie auch, und der geistig minderbemittelte Brite fühlt sich übergangen. Das ist für ihn nicht akzeptabel, denn seiner Erziehung entsprechend fühlt er sich natürlich als Mitglied der Herrenklasse.

Die Europäer, und in Sonderheit die Deutschen werden also als bedrohende Konkurrenz in der Gesellschaftsstruktur empfunden und deshalb rigoros abgelehnt.
Darum der Brexit !

So ist GB eine Insel der Glückseligen – sie wissen es nur nicht. Schliesslich hat sie das Übel der Globalisierung noch nicht erreicht, und wo doch, zu ihrem Vorteil, was immer willkommen ist.

Wie ich aus anderem Anlass vermutet habe, beweist sich hier nun wieder: Die Briten sind mental im 19. Jahrhundert hängen geblieben, während der kleine Rest der Welt davongaloppiert ist. Nun leiden sie fürchterlich am Morbus vintagus.

Hinterher hecheln, um den Rückstand aufzuholen, kommt nicht in Frage, denn erstens sind sie generell im Recht, zweitens würde es die Würde des Gentleman verletzen und drittens wäre das eine Sau-Arbeit. Aldous Huxley hat völlig Recht, wenn er sagte: Wie jeder vernünftige und empfindsame Mensch verabscheue ich Arbeit. Für Arbeit hat man die sklavenähnlich und nach US-Vorbild gehaltene Unterklasse.

In der Tat hat der eigene Hund einen deutlich höheren Stellenwert als ein dunkelhäutiger Taxifahrer.
Ich sage: Wer so geklöppelt ist, hat in einer Europäischen Union nichts zu suchen, und schon garnicht in dem völlug vermurksten Konstrukt, das die Gegenwart so unerträglich macht. Gut, dass die Briten gekündigt haben. Es gibt weitere Probleme. Beispiel Ungarn.
Die leben von der EU. Streicht man ihnen die Subventionen, ist der Staat pleite, und Viktor Orban kann sich seine Mahlzeiten an einer österreichischen Tafel besorgen. Da der Geldfluss nach Budapest nicht zu stoppen ist, kann Orban seinen besten Freund, einen Klempner so gut versorgen, dass jener mittlerweile Milliardär sein soll. Wie? mit EU-Geldnatürlich.

Ich erwähne dies im Hinblick auf meine Kritik zu den Briten. Der Zustand der EU ist so miserabel, dass man den Laden ganz dicht machen sollte.