Ein ganz gewöhnlicher Sonntag

Heute, an einem Sonntag, also an einem Tag, der dem ….. wer war das nochmal? …..der dem Herrn, glaube ich, ……… Schiet. Von vorne.

Heute, an einem Sonntag, also an einem Tag, der dem Herrn …… wer ist das nochmal? ….. egal. Der dem Herrn gehört, fällt mir auf, dass ich dem Pandemie-Geschehen keinerlei Aufmerksamkeit widme. Es ist tatsächlich so. Möglich, dass der Grund dafür mein persönliches Universum ist, es passt tatsächlich in eine Nußschale.

Bitte! Man komme mir nicht damit, dass ich nun Stephen Hawking falsch zitiere. Aber wie auch immer, ich habe meinen Kram weitgehend in Ordnung gebracht. Hier sitze ich, und dort hockt das Virus. Und dazwischen ist nichts ausser Luft. Dazwischen ist kein Männerchor, der singt, die Himmel würden des Ewigen Ehre rühmen. Und hier wird nicht gehustet. Wenn einer hustet, dann ich, und meine Aerosole sind immer noch gesund. Wenn mal ein Hauch von Leberwurst mitkommt, so bringt das keinen Rentner um.

Ok, kannst Du Dir jetzt ein Bild davon machen, wie ich in der laufenden Pandemie dastehe? Gut, Du hast es bemerkt. Das ist ein Bild, gezeichnet von einem Gesundheitspolitiker in der Bundesregierung. Wir Laien sind unverschämt genug, dieses Bildchen, das für einen Poesiealbum durchaus tauglich wäre, weiterzumalen. Allerdings malen wir nicht, sondern wir zeichnen mit spitzer Feder, und das kommt oben garnicht gut. Ich sag mal: Ich stelle mir vor, Heinrich Zille wäre hier und zeichnet für mich in mein Bild. Er hat drauf, was fehlt. Da fehlt nämlich das Pflegeteam, das mich laufend besucht. Diese Leute fahren wie die Teufel durch die Landschaft und pflegen! Ungeimpft! Das ist meine Beschwerde Nummer 1. Dann tauchen sie nur noch maskiert auf. Ich weiss nicht mehr, über wen ich mich nun beschweren könnte. Das ist Nummer 2. Und keine Pflegekraft hält 150 cm Abstand zu mir! Die kommen ganz dicht heran mit ihren speckigen 60 cm-Fittichen und nesteln an mir herum, nur weil die Pflegekasse das bezahlt. Das ist Beschwerdegrund Nummer 3!

Und weil das nicht reicht, ist da noch meine Tochter. Ein brutales, rücksichtsloses Luder! Gestern legte sie doch eine Hand auf meine rechte Schulter! Ich schätze, sie will mich umbringen, um an die 63 Oiro ranzukommen, die ich in meinem Portemonnaie – Verzeihung, ich meine meinen Geldbeutel – versteckt habe.
Ich sage nur: So fängt es an, und es endet wie bei Trump, wo seine Entourage einige hundert Millionen geklemmt hat. Und der Alte tingelt durch das Land und bettelt um Geld für seinen Wahlkampf; er hat wohl Schulden an der Backe. Aber man muss neidvoll gestehen: Die arbeiten wirklich Hand in Hand!

Wieder mal ausgerutscht und lang hingeschlagen! Ich stehe auf und kehre zurück zur Corona-Krise:
Da wäre noch der Paketbote von DHL, aber der stört meine Kreise nicht. Er kommt vor die Haustür, lässt mein Paket fallen und verduftet blitzartig. Ich höre von ihm nur noch ein Motorengeräusch.
Mit dem Paket gehe ich um wie mit der Salami: Erst aussen rum desinfizieren, dann erst aufschneiden!

So. Ich musste das einfach mal loswerden. Von dieser Last befreit kann ich mich nun in das Kampfgetümmel wenden und versuchen, diesen Sonntag zu überleben. In meiner Nußschale. Augen zu und durch? Nööö. Augen zu – und einschlafen! Das macht Sinn! Inschlopen, wie man hier sagt. Nach einer Riesenportion Fisch ….. ich muss in die Kombüse!

Und nicht vergessen: Heute wird im Brexit-Verfahren wieder einmal eine Deadline erreicht, und gekippt. Aber hab keine Sorge. Morgen kriegen wir eine neue. Das ist mittlerweile nur noch Routine.