Zum Brexit – 19 –

Nichts ist so beständig wie das Provisorium.
Johnson hat es wieder einmal geschafft.
Eine Deadline wird gerissen,
es wird weilergelabert,
und es wird eine Notlösung präsentiert,
die man dann als Bombenerfolg
der Öffentlichkeit anzudrehen versucht.

Und die Bundes-Uschi ist so blöde,
sich als Paradepferd
vor Johnsons Karre spannen zu lassen.

Die Merkel zieht mit.
Sie hat Orders von der Auto-Lobby erhalten.
Nun ist sie durch und durch alternativlos.

Die Briten werden in Sachen Fischereirechte
grosszügig entscheiden, und den Franzosen
den Fang von 3.000 Heringen
und 70 Makrelen per annum gestatten.

Europäische Standards, etwa die Lebensmittel-
Qualität betreffendwerden mit einer Generalklausel
so überlagert, dass jeder nach Bedarf interpretieren kann.

Als Folge werden amerikanische Chlorhühner
in GB verpackt, und als GB-Produkt ausgewiesen
(in der EU übliches Verfahren),
und schon haben die Amis den europäischen
Gockelmarkt im Griff.

Gestern las ich ein wenig in einem Freighandelsabkommen der EU.
Irgendwann wusste ich nicht mehr,
ob ich einen Schreikrampf oder einen Lachanfall kriegen sollte.
Da war sogar etwas für „Haare“ geregelt.
Auch ausdrücklich für Pferdehaare.
Wichtig für Pferdefriseure.
Stichwort „Rosshaarmatratze“!
Dagegen habe ich eine Regelung
für benutztes Toilettenpapier
schmerzlich vermisst.
Solche Lücken mag ich überhaupt nicht.

Gesund ist das nicht.
Ich bin ganz sicher:
In Brüssel sitzen fast nur Irre.

So gesehen sollte ich die britischen Freibeuter
eigentlich verstehen.
Die Flucht aus dem Wahnsinn ist nichts weiter
als notwendige Reaktion zur Sicherung
der eigenen Gesundheit.