Weltkrieg III ?

Scheiss-Krieg !

Es ist uns einfach nicht bewusst, dass wir uns in einem permanenten Kriegszustand befinden. Die Waffe ist der Handel. Wenn also die USA zur Sicherung ihrer Interessen den Bau von Nordstream 2 verhindert, indem man Unternehmen erpresst und Handelsboykott organisiert, so darf man das eine kriegerische Handlung nennen.

Nun sind die US-Methopden nicht deren Erfindung. Wenn die Briten den europäischen Fischern jene Fischereirechte entziehen, die man in früheren Jahren gekauft hat, ist das gar Piraterie, kein ehrlicher Krieg.

Wie es scheint, ist der Welthandel derart geschädigt, dass sich zum Schutz von Länder-Interessen irgendwelche Bündnisse bilden; gemeinsam ist man stärker. Heute stolpert man über die CTPPT. Wenn ich das Kürzel in normalem Tempo aussprechen müsste, so wäre für mein Umfeld ein Regenschirm dringend geboten. Dessen ungeachtet: Das Kürzel meint das Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership zwischen Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam, ein reines Handelsabkommen, das die USA unter Trump in 2017 verlassen hat.
Und genau dort möchte sich Grossbritannien jetzt einklinken und die Führerschaft übernehmen. Sie haben nichts anzubieten, versprechen sich aber einen Zuwachs an weltpolitischer Bedeutung, und an Macht.
Die hier versammelten Nationen erwarten von GB einen direkten Zugang zum europäischen Markt – ein No-deal-Brexit wäre da ziemlich kontraproduktiv.

Ein anderer guter Wirtschaftsblock ist natürlich die Europäische Union. Afrika hat in dieselbe Richtig gezielt, aber verfehlt. Sie kriegen ein funktionierendes afrikanisches Bündnis nicht zustande. Die Chinesen sind dabei, zu bauen. Von Australien haben sie geschätzt ein Drittel bereits eingesackt, also unter Kontrolle. Die Russen halten es wie die USA: Russia first! Zumindest vorläufig. Und die EU möchte mit südamerikanischen Staaten einen Mercosur-Handelspakt abschliessen. (Mercado Común del Sur = Gemeinsamer Markt des Südens). Dieser Plan ist für Europäer besonders lustig; Brasilien hat bis vor kurzem noch Gammelfleisch exportiert, und der Schlimmste unter den Exporteuren gab zu Protokoll, endlos Schmiergeld gezahlt zu haben, um das anrüchige Geschäft am Laufen zu halten.

Abschliessend: Alle kriegerischen Handlungen im Welthandel haben zum Ziel, was jeder Krieg zum Ziel hat: Profit. Etwas zynisch angemerkt: Die Wahl der Waffen ist schon beinahe egal.