Über Massenmörder

Man sagt, Katzen seien Massenmörder. Auch wenn sie vollgefressen sind, töten sie, allerdings nur zum Vergnügen, zur Befriedigung ihres Jagdtriebs.

Ein Dementi fällt mir schwer. Diese Viecher sind nun mal echte Raubtiere, die man frei laufen lässt.

Man stelle sich vor, es gäbe ein Biotop ohne solche Räuber. Alles Kleingetier ist sicher. Nun setzt man dort eine Katzenbande aus. Die Kleintiere sind völlig arglos, haben keinen Alarm gegen das Risiko bei der Begegnung mit einer Katze. Die Fellnase hat hier leichtes Spiel. Sie tötet, was ihr vor die Pfoten läuft. Ausserdem kriegt sie Kinder. Kommen 5, sind sie zu sechst unterwegs.
So säubern die Katzen das Biotop. Ratten, Mäuse, Eichhörnchen, Eidechsen, alles Getier dieser Kategorie Katzenfutter stirbt aus.

Man sagt auch, in Deutschland lebten 14,8 Millionen Katzen. Die sozial verträglichen Hunde bringen es nur auf 7 Millionen. Die Katzengegner geben vor zu wissen, dass allein in der BRD jährlich 200 Millionen Vögel von Katzen getötet werden. Statistisch gesehen tötet jede Katze also jährlich 13 Vögel.

Natürlich wird die Zahl der Gekillten angezweifelt. Viele der Katzen sind Stubentiger. Na gut, sagen die Gegner, dann tötet jede freilebende Katze halt 26! Nun werden die meisten Katzen von Menschen gefüttert. Also bleiben nur die Lustmorde übrig ….. schon recht, die Lustmörder killen dann eben 130 Vögel pro Jahr.

Dann komme ich ins Spiel, ein Vogelmörder in Menschengestalt. Ich esse gelegentlich Huhn, Pute, Fasan, Strauss, Gans und Ente – jedoch nie Singvögel. Das sind die Italiener! Die fressen Rotkehlchen und Sperlinge, aber nie Wellensittich. Seltsame Gesellen!

Jetzt sind die Katzengegner verwirrt. Wieviele Vögel hast Du …. ich sage: Ich bin 81 Jahre alt und habe meine erste Amsel mit 7 gegessen! Seitdem, so schätze ich, sind für mich so an die 300 Vögel gestorben! Und die zwei Vogelleichen aus meinen Gärten nehme ich auch noch auf mein Sündenkonto, weil ich Nachbars Katze gern hatte.

Nun meldet sich einer vom NABU zu Wort: Das mit den 200 Millionen Toten darf man anzweifeln. Man schätzt die Anzahl der Vögel in Deutschland auf 400 Millionen. Wie müsste die Vermehrungsrate in der Vogelwelt sein, damit die Katzen jedes Jahr die Hälfte wegfressen können? Naja, 200 Millionen Jungvögel werden gebraucht! Neee, sage ich. 400 Millionen. Die Hälfte davon kann keine Eier legen, da männlichen Geschlechts!

Nun wird es mir zu dumm. Ich beende diese tatsächlich strittige Frage nach Vogeltod by Katze mit der Vermutung, dass keiner etwas Verlässliches weiss.
Was ich mit Gewissheit sagen kann: Wenn eine Katze einen Vogel erwischt, spielt sich ein Drama ab. Das Sauviech im Pelz spielt mit den Gefiedertem, bis der nicht mehr kann. Erst dann kommt der tödliche Biss. Wenn ich könnte, würde ich allen Hauskatzen die Zähne ziehen. Für Nassfutter brauchen sie die nicht. Und die wild Lebenden wären auf irgendeine Weise zu kastrieren. Dann wäre irgendwann die Katzenwelt zivilisiert, und unsere Katzen würden wie ich auch Hühnchen, Hähnchen und anderes Mastvieh fressen. Mit den zum Verzehr bestimmten Vögeln sollte es keine moralischen Probleme geben ….. obwohl …… wer hat schon mal ein Federvieh geschlachtet? Stell Dir vor, Du hast Dir eine Henne mit links gekrallt, in der Rechten hältst Du ein Hackebeil, und vor Dir steht ein Holzklotz. Der Vogel guckt Dich angstvoll an, und Du sollst ihm nun den Kopf abschlagen. In diesem Moment lernst Du etwas über Dich.

Ich kenne ein ukrainisches Ehepaar, das in ihrer Datscha ein Schwein gross gefüttert und geschlachtet hat. Die Sau hiess Mutka. Der Mann durfte das Schwein allein essen. Seine Frau kriegte davon keinen Bissen runter.