Zum Brexit – 14 –

Hier haben wir ein Beispiel für Politik in Reinkultur.

Es kommentiert ein Brite die Verhandlungssituation betreffend ein Freihandelsabkommen, indem er einen Grund für das Gewürge festmacht. Er sagte sinngemäss:

„Es ist nicht möglich, ein lösbares Problem aus der Welt zu schaffen. Geschähe dies, so würden alle anderen aufstehen und losschlagen. Alle anderen, das sind solche Interessensgruppen, die auch auf Problemlösung warten. Aber es sind Leute, denen die britische Regierung zugesagt hat, was nicht machbar ist – denen man also Lügen verkauft hat.

Löst man das lächerliche Fischereiproblem, so fliegt der Regierung das ganze Lügengebäude um die Ohren. Sie weiss nicht, wie sie die fatale Situation unbeschadet bewältigen soll, und verzögert deshalb eine Entscheidung zum Abkommen mit der EU bis zum Sankt Nimmerleinstag.“

Das ist die Meinung eines Einzelnen, und sie muss nicht richtig sein. Aber glaubhaft ist sie auf jeden Fall.

Übrigens: Letzte Woche war der Franzose Macron als Übeltäter und Verantwortlicher des Verhandlungsdesasters am britischen Pranger festgezurrt. Das hat sich über das Wochenede wieder einmal verändert. Nun ist die Merkel schuld. Die Presse, also die Hetzblätter DAILY MAIL und DAILY EXPRESS sind auf der Suche nach Schuldigen sehr pfiffig. Sie wissen genau: Die eigene Regierung ist vollkommen unschuldig!

Was in mir einen Kotz-Reflex auslöst: Es sind die deutschen selbsternannten Europa-Politiker, die ständig Sülze absondern und niemals Wahrheiten berichten. Wahrheit muss man sich im Ausland besorgen. Nimm die Info-Lage zu de USA. Wenn ich den kompletten Stand der Dinge als Torte bezeichne, so bekomme ich von deutschen Journalismus nur die Deko präsentiert. Der vielschichtige Kuchen wird mir vorenthalten:
Intransparenz als öffentliche Informationspolitik!

Wie sagt man? „Das muss gewusst werden!“