Zum Brexit – 9 –

Da ist dieser Populist. BJ/GB. Populär wie die lila Kuh der Milka-Schokolade. Und ich frage mich ernsthaft, ob dieser Mann eine solche Beachtung verdient. Verachtung verdient er sich gewiss. Aber wäre Missachtung, also Nicht-Beachten nicht auch eine Möglichkeit des nunmehr stillen Protests?

Ich husche mal rüber in die USA. DEm irren Trump kann man an den Kopf werfen, was immer die Phantasie hergibt – es juckt ihn nicht. Diese Resistenz ist ein Symptom seiner psychischen Erkrankung. Würde man ihn aber auf allen Ebenen und mit allen Mitteln so ignorieren, als sei er Luft, dann würde es ihn buchstäblich zerreissen. Schon die verlorene Wahl hat ihn an seine Grenze des Erträglichen gebracht.

Zurück zu unserem Boris. Man nennt ihn zu Recht den Mini-Trump, denn er ist ein begabter Nachahmer, und so hat er sich auch Trumps Unberechenbarkeit zur eigenen Handlungsmaxime gemacht. Und zwar perfekt. Der Mann ist die Fleisch gewordene Intransparenz. Selbst britische Kommentatoren bekennen, dass sie aus dem Kerl nicht schlau werden. Keiner kann erkennen, was er eigentlich will.

Ich habe natürlich meine eigene Interpretation zur Hand. Sie ist gewiss gequirlte Sch ….. sorry …… gequirlter Quark, aber wenigstens logisch.

Da gab es im letzten Jahrtausend einen kleinen Jungen, einen Schüler namens Roland. Ok, ich hatte also eine schulische Beurteilung, die lautete: „Roland ist faul.“ Sie war damals richtig, und sie ist es noch heute.
Nun gibt es Briten mit Intimkenntnissen, die sagen, Boris sei faul. Fatal, denn er hat nichts Besseres zu tun, als genau dies zu bestätigen. Fährt zu Vertragsverhandlungen, und hat den Vertragsentwurf nicht gelesen. Weiter.
Ich, selbst Arbeitsscheuer, habe gelernt, Fleiss zu simulieren. Man baut Potemkin’sche Dörfer und achtet darauf, dass sie nicht zusammenbrechen. Das ist einfach und macht Spass. Und Boris? Erkennbar, dass er keine Zeit hat, sich zu kämmen! Da ist Trump besser – mit seinem orangenen Opossum auf dem Kopf.

Boris und ich halten es prinzipiell mit Aldous Huxley:

„Wie jeder vernünftige und empfindsame Mensch verabscheue ich Arbeit.“