Zum Brexit – 8 –

Bin ich irre, oder irre ich mich? Fisch macht mich kirre! Heute verliere ich die Peilung völlig. Ich kaue auf dem EU-Thema Fischereirechte GB herum wie auf Trockenfisch; der ist bretthart, ungeniessbar und als Waffe geeignet! Pass auf!

Nach internationalem Recht beträgt die einem Staat zurechenbare Meereszone 20 oder 40 Seemeilen. Details kenne ich nicht. GB hat sich jedoch kraft eigener Wassersuppe eine Zone von 200 Seemeilen angeeignet. Und dies, obschon man den Fisch aus dieser Zone nicht so recht mag. Die britische Fischereiflotte ist krank, und zwar schlimmer als unsere Katze Cilla. Sie ist klein, und völlig veraltet. Was wollen die Briten mit fischreichen 200 Seemeilen? Warum das Gesumse darum in den Brexit-Verhandlungen?

Hier des Rätsels Lösung:

Man hat eine Zone, und für jeden britischen Fischer eine Fangquote (Tonnen Fisch je Sorte) per annum festgelegt. Und diese Fangquote hat man bilateral, also ausserhalb des EU-Einflusses verkauft; allzu viele Fischer haben ihren Job an den Nagel gehängt. Wenn ich mich recht erinnere, hat Norwegen 40% der britischen Fangquote erworben. Norwegen ist kein EU-Staat. Ein anderer Kunde ist Frankreich.

Der Handel mit britischen Fangquoten ist also Privatsache, geht die EU nichts an, und von wirtschaftlicher Bedeutung nur für 12.000 britische Fischer.

Brüssel mischt sich ein, weil EU-Staaten Einbussen befürchten, wenn London die Fangquoten neu regelt. Die Briten könnten den Deutschen oder den Franzosen eine Fangquote verweigern.

Wer aufmerksam liest, bemerkt nun eine Schieflage. Kurz: Vielleicht verkauft ein Fischer seine Fangrechte an ein norwegisches Unternehmen, die mit einer Quote versehen sind, und der Staat, hier London wacht über die Summe der Fangquoten von 12.000 Fischern, und kassiert mit?

Die Berichterstattung zum „Fisch“ ist ausgesprochen schlampig. Und alter Fisch stinkt bekanntlich. Hier riecht es danach, als wollten die Briten zweimal kassieren.