Zum Brexit – 10 –

HMS Belfast / UK

Britische Zeitungen wie die DAILY MAIL und die DAILY EXPRESS berichten nun über das Problem mit dem Fischereirecht.

Offenbar hat die britische Regierung Fangrechte ausgeschrieben und verkauft. So hat Norwegen besagte 40% der Fangquote erworben, und so trafen moderne norwegische Fabrikschiffe auf die kleinen britischen Rost-Eimer. Der britische Fischer verdient dann unser Mitgefühl. Er steht in seiner alten Schüssel, sieht den norwegischen Protz-Kahn, und hat mit der Muttermilch eingesogen, dass ihm als Brite ein angemessener Platz in der Weltgeschichte zusteht, und angemessen heisst für ihn: Ganz weit oben in der Rangfolge.
Die Wirklichkeit beweist ihm allerdings, wo er heute steht: Ganz weit unten. Gesund ist das für ihn nicht.

Wenn der Narr in seinem Äppelkahn nun glaubt, ein Brexit würde seine Situation verbessern, so ist er ziemlich schief gewickelt. Es wird anders kommen, da er seinen Fisch nur noch verzollt auf dem Festland verkaufen kann. Dabei ist Fisch eh schon ziemlich teuer.

Derweil beschäftigt seine Regierung ein anderes Problem. Beim No-deal-brexit gibt es auch keine Regelung für Frankreichs Fangrechte, und die anderer Staaten. Nun befürchtet man in London, die Fischer würden das neue Fangverbot einfach ignorieren und ihr Geschäft als Fischräuber aufziehen.

Beide oben genannten Zeitungen berichten übereinstimmend, dass die britische Regierung irgendwann 4 Kriegsschiffe rund um die Insel patroullieren lässt. Sie sollen wohl Polizeiaufgaben übernehmen. Nun fragt man zu Recht, was geschieht, wenn ein französischer Kutter im Briten-Gewässer erwischt wird. Auf Nato-Partner schiessen, die Fangrechte korrekt gekauft haben? Very british!
Davon abgesehen müsste man die Kriegsschiffe aus dem Nahen Osten, der Strasse von Hormus abziehen. Angeblich gibt es in den Heimathäfen kein anderes, taugliches Equipment.

Eier ohne Dotter nennt man Spar-Eier. Hühner, die laufend Spar-Eier abliefern, sind wohl genetisch geschädigt. Nun bin ich sehr am Grübeln. Kriegsschiffe gegen Fischer aus befreundeten Nationen – vermutlich ein Spar-Ei. Eine Requisite für das laufende Trauerspiel „Brexit“ mit BJ in der Hauptrolle.