Zum Brexit – 3 –

Das neulich veranstaltete Treffen der EU-Kommissionspräsidentin Uschi von der Leyen mit dem britischen Premierminister Alexander Boris de Pfeffel Johnson beschäftigt heute noch die britische Öffentlichkeit. Es ist nahezu vergnüglich, als Zuschauer dabei zu sein.
Hier einige Glanzlichter dieses Meetings:

Zum festlichen Diner wurde nur Fisch aufgetischt. Damit hatten die Protokollchefs auf humorvolle Weise auf die Problematik der Fischereirechte angespielt.

Nach dem Vorspeisenteller soll Uschi den Boris vorsichtig gebeten haben, nun seinen Vorschlag zur Problemlösung vorzutragen. Boris winkte ab und verkündete, er habe keinen Vorschlag. Damit war der Zweck des Treffens geändert. Nicht die Beseitigung von Unstimmigkeiten war Ziel der Veranstaltung, sondern die schlichte Präsenz, damit Boris zu Hause berichten konnte, er habe erneut wie ein Löwe gekämpft.

Natürlich hatten sich auch britische Journalisten eingefunden, die dann angestrengt beobachteten, was zwischen Uschi und Boris läuft. Einer dieser Beobachter hat trefflich formuliert: Die Art und Weise, wie Boris sich beim Treffen mit Uschi aufgeführt habe, sei nicht akzeptabel. So könne er mit einer Horde besoffener Tories, die mit offener Hose am Tisch sitzen, umspringen. In der Diplomatie sei seine Art nicht tolerierbar.

Nachdem Boris bei Uschi auf die geschilderte Weise abgeblitzt war, hat er sein Glück bei Merkel versucht. Die war längst über die Luftnummer des britischen Premiers informiert, hat überraschend Rückgrat gezeigt und ein Telefonat mit Boris verweigert.
Nun kann er auch verkünden, Deutschland und die Merkel seien für den harten Brexit und seine Folgen verantwortlich.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Boris seine gute Laune nicht verliert.