Alles für die Katz

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Eines der beiden Katzenviecher, die hier zur Pflege untergekommen sind, heisst tatsächlich „Priscilla“. Das ist die Koseform von fem. Prisca, masc. Priscus, und bedeutet die „Altehrwürdige“.

Was geht einem erwachsenen Menschen durch das verkümmerte Hirn, wenn er eine junge Katze an irgendeinem spanischen Strand aufgreift und sie „altehrwürdig“ tauft?
Nächstes mal schnappt er sich einen Kater und nennt ihn Hieronymus, oder Klaus-Wilhelm!
Tiernamen sollten einsilbig sein, wie Fips, Katz, Pups oder Fritz. Zweisilbig geht noch, siehe Titi, unsere zweite Katze.

Ja, ich weiss. Es ist pillepalle. Interessanter war ein Telefonat, das gestern ankündigte, für beide Katzen gäbe es nun Interessenten. Die Viecher sind auf dem besten Weg, sich hier einzugewöhnen, und nach nur anderthalb Wochen steht die Weitergabe im Raum. Der Tierschutz meint, wir sollten die kranke Cilla noch gesund pflegen, dann könne man sie an neue Eigentümer abgeben. Oder man macht vom Vorkaufsrecht Gebrauch und kauft die Tiere für 370 oiro. Mein Geldaufwand liegt bis heute bei rund einem halben Tausender.

Wenn wir nun die beiden Katzen wieder weggeben, haben wir einen voll durchorganisierten Katzenhaushalt, dem nur eines fehlt: Die Katze.

Nun könnten wir erneut investieren, um der Einsamkeit zu entkommen, und einen Maine Coon Kater anschaffen. So ein Brocken von rund 9 kg Lebendgewicht neben Priscille, die eben mal 2.500 g auf die Waage bringt – ein interessantes Experiment. Der Coon würde die kleine Cilla wohl zum Frühstück vernaschen – mit Haut und Haaren. Fleisch ist ja nicht dran, an dem kleinen Klappergestell, das euphemistisch „Skelett“ genannt wird. Ok, man sagt, so etwas tragen die Boodle people der Yale-University in New Haven/Connecticut am Knopfloch, diese Skull and Bones-Bagage. Dies ist natürlich nur ein Gerücht, und wenn etwas dran ist, dann geht es nur um den kleinen Katzenschädel. Wer genug davon besitzt, kann seinen Weihnachtsbaum damit …. das ist nun sehr garstig. Wie die Skull and Bones-Verbindung. (boodle = Zaster, Schmiergeld !)

Wie auch immer – losgelöst von Yale ist in unserem Haus eine Entscheidung fällig. Die dazu erforderliche Kompetenz liegt einzig bei meiner Tochter. Sie hat das Katzenprojekt gestartet und muss es nun zu einem ordentlichen Ende bringen.

Immerhin besteht die Möglichkeit, den neuen Eigentümern beider Tiere die Ausrüstung anzudrehen und die Tierarzt-Kosten dem Tierschutzverein anzulasten. Dann hält sich der Verlust in Grenzen, wie 1 x mit Familie gut essen beim Italiener. Ich müsste dann auch nicht nächtens in mein Kopfkissen weinen. Aber erzähl das mal meinem Hausdrachen. Der lässt mich – Papa hin, Papa her – verhungern und verdursten. Was bleibt mir also übrig, als Schutzgeld zu zahlen?