Über das Ding

Dascha mol’n Ding! (Missingsch, niederdeutscher Dialekt)

Das Ding, auch dat Dingen genannt, ist ein deutsches Wort. Ein Substantiv, um genauer zu sein.
Als solches kriege ich es nicht aus meinem Kopf. Ergo muss ich es rausschreiben, damit Ruhe einkehrt. Man frage mich nicht, warum ich auf dem Ding herumreite – ich weiss es nicht, also nenne ich es eine fixe Idee, jedoch fix nicht im Sinne von schnell, sondern von Beton.

Mir scheint, das „Ding“ ist so etwas wie ein schweizer Offiziersmesser, also universell nutzbar. Es passt überall hin und ist ein Notausgang, wenn man mit seinen beschränkten sprachlichen Fähigkeiten gegen eine Wand gelaufen ist, weil man vergessen hat, dass man Messer, Gabel und Löffel auch „ein Essbesteck“ nennen kann. Nebenbei: So wird aus 3 Dingern 1 Ding.

Nicht zu vergessen: Ding und Mensch passen nicht zusammen. Wenn man Gegenständliches als Ding sieht, muss eine Sache vorliegen, niemals ein Mensch, es sei denn, man kann einen Namen nicht erinnern und spricht von dem Dingens, den man in der Kneipe getroffen hat.

Was haben wir nun? Das Wort ist eine Metapher für Konkretes, quasi eine Verallgemeinerung für eine Sache, die man nicht korrekt bezeichnen will oder kann. Das Ding ist aber auch Gegenstand von Phrasen wie „Das ist vielleicht ein Ding!“. Pubertierende Jungs sprechen über weibliche Rundungen auch von Dingern.

Nun, wollten wir uns über die Etymologie des Worts „Ding“ schlau machen, so hätten wir viel, viel Arbeit vor der Nase. Ding ist auch eine Bantu-Sprache, ein chinesisches Gefäss, Gegenstand von Kants Philosophie und so fort. Ich lasse die Finger weg. Ich halte es nämlich mit Aldous Huxley:

„Wie jeder vernünftige und empfindsame Mensch verabscheue ich Arbeit.“

Moment noch! Ich möchte doch eine Besonderheit erwähnen.
Meine Haustürklingel macht Dingelingeling. Tatsächlich! Man übersetzt das in Menschensprache mit „Ich stehe vor der Tür und will rein!“ Das sollte gewusst werden.