Seelentröster

Sappho geht zu Bett, von Charles Gleyre, 1867

Silbern glänzt das Wasser.
In dieser Mondnacht schweigen die Winde,
und der Mond verharrt im Dunkel.
Frieden liegt wie ein sanfter Teppich
über dem müden Land.
Nur Sappho klagt wie stets,
aiolisch klingende Verse verzaubern,
und vielleicht zeigt sich Aphrodite,
geneigt zu Scherzen und zur Liebe.
Sappho singt leise und voller Sehnsucht
eine ihrer Weisen.

„Die Mondin ist hingesunken
Mit ihr die Pleiaden. Mitte
der Nacht. Es vergehn die Stunden.
Doch ich muss alleine schlafen.“

(Sappho, um 600 v. Chr., 4-zeiliger Vers zu Monodie)