Ein neidvoller Blick in den Zoo

Wer einen Tierpark besucht und sich die Zeit gönnt, das Zusammenleben einer Pavian-Kolonie aufmerksam zu beobachten, der beginnt sich zu wundern. Er wird Aggressivität erleben, und erkennen, dass mit diesem brachialen Mittel eine mustergültige Ordnung abgesichert wird.

Ich wiederhole es: Auf dem Affenfelsen herrscht eine mustergültige Ordnung. Der Stärkste hat die Macht über die ganze Horde. Er kriegt die grösste Banane und die hübschesten Weiber, und gut ist’s. Wer aus der Reihe tanzt, wird rasch wieder auf Kurs gebracht. Es riecht stark nach Diktatur! Aber – und das ist unglaublich positiv – es riecht nicht nach Geld!

Und nun schauen wir mal auf die relativ kleine Kommune der 16 deutschen Ministerpräsidenten, und auf die Bundesregierung. Dort gibt es anscheinend nur Schwache, die Stärke vortäuschen. Primitive Weisheiten werden schnöde ignoriert: „Zersplitterung schwächt!“ und dergleichen wird mit ewig blöden Argumenten wie den Verweis auf die parlamentarische Demokratie und die segensreiche föderalen Verfassungen mitsamt dem daraus resultierenden Murks unter den Teppich gefegt. Pecunia non olet? Falsch. Geld stinkt! Und der Gestank weckt Bestien auf!

Eine leise Sehnsucht macht sich im Gemüt breit; man fragt sich, warum man als Mensch, und nicht als Pavian geboren wurde.