Gedanken zum Feierabendbier

Nein, ich trinke nicht gerne aus Dosen. Solche Prozedur ist mir einfach fremd. Dumm nur, dass es mein Lieblingsbier, Marke Elephant aus der dänischen Carlsberg-Brauerei in der Halbliter-Version nicht in Flaschen angeboten wird. In der Ukraine habe ich es als Eisbär-Bier kennen und schätzen gelernt. Heute trinke ich dieses Starkbier als Durstlöscher und Stimmungsaufheller, wenn ich das lauwarme Mineralwasser, das mich durch den Tag begleitet, nicht mehr sehen und schmecken mag.

Dieses Bier erinnert mich an den kleinen, aber exquisiten Lebensmittelladen in Kiew, über den wir uns mit Westwaren versorgten. Wir, wohlhabende Ukrainer, und der Boss der Stadt-Mafia. Wenn dieser Mann mit seinen Leibwächtern auftauchte, verliessen alle Ukrainer den Verkaufsraum, bis der Boss den Laden wieder verliess. Wir Deutsche haben den Laden nicht verlassen, und es gab für uns nichts weiter als ein freundliches Dobre dien, und wir kauften ein in friedlicher Koexistenz. Wieso das? Nun, wir standen unter seinem Schutz. Wir waren seine Kunden, denn er kassierte für meine Frau und mich Schutzgeld.

Wie sagt man? Mein Bier ist alle. Ausgetrunken. Somit ist es an der Zeit, die Vergangenheit beiseite zu legen und in die Gegenwart zurückzukehren. Und die sagt mir, ich solle gefälligst zum Mineralwasser zurückkehren, denn ein zweites Starkbier macht betrunken. Und die Vergangenheit macht süchtig; es gibt Menschen, die dort versinken und den Weg in die Zukunft vergessen.

Es macht einen grossen Unterschied, ob man sich erinnert, oder ob man in seine bereinigte Vergangenheit eintaucht, um dort, in einer Illusion weiterzuleben.