Unter dem Sternenbanner

Richard Ford ist ein amerikanischer Schriftsteller. Er leidet unter der politischen Situation, er bekennt sich empathisch zu seinen Landsleuten und trauert mit „den Anderen“:

„Ich sehe die Anderen: die angenehmen, stillen Rancher, die in Pickup-Trucks auf den Parkplätzen der Supermärkte sitzen, mit winzigen Hunden im Schoß und warten, während ihre Frauen drinnen für das Abendessen einkaufen. Ich meine die ganz normalen Menschen, die einfach das getan haben, was ihnen vernünftig schien, nämlich Trump zu wählen, auch wenn ihre Steuern gefährlich ansteigen, ihre Gesundheitsversorgung ihren Vorerkrankungen nicht angemessen ist; Menschen, deren Töchter vielleicht abgetrieben haben und die den Klimawandel nicht für erfunden halten, Menschen, die andere Menschen nicht hassen und die es nicht verstünden, wenn man es täte. Ich meine nicht die Rassisten, religiösen Fanatiker oder Waffennarren. Nein, ich meine Menschen, die, so würde ich denken, sonst wie ich sind.“

Es ist tragisch, dass man von zwei Übeln das schlimmere gewählt hat.

In der WELT las man den folgenden Text; ich habe ihn geringfügig berichtigt:

„Donald Trump benimmt ist ein bösartiger Narzisst aus dem klassischen Lehrbuch für Psychologie. Er glaubt, dass er über magische Fähigkeiten verfügt. Er ist überzeugt, dass er durch bloßes Reden den Lauf des Universums beeinflussen kann. Wenn er sagt: „Ich habe gewonnen!“, dann hat er auch gewonnen. Wer ihm widerspricht, ist ein Feind und muss ausgelöscht, zertreten, vernichtet werden. Alles andere interessiert ihn nicht, weil es sich für ihn nicht real anfühlt.

So erklärt sich die merkwürdige Diskrepanz, dass Donald Trump einerseits um alles in der Welt amerikanischer Präsident bleiben will, andererseits aber die Verpflichtungen dieses Amtes scheut: Er geht auf den Golfplatz, während jeden Tag mehr als 1000 Amerikaner an der Covid-Seuche sterben, und hat schon vor Monaten erklärt, dass ihn dieses Thema furchtbar langweilt.“

Nun muss die Welt zur Kenntnis nehmen, dass ca. die Hälfte der amerikanischen Wähler, das sind rund 100 Millionen Menschen diesen Mann als ihr Staatsoberhaupt betrachten. Wenn man in den USA dies so hinnehmen kann – wir Deutschen können das schon längst. Was wir nicht akzeptieren können, ist die Tatsache, dass man uns sie USA als Freunde verkafen möchte. Wenn ich die schleimigen deutschen Atlantiker reden höre, wird mir kotzübel.

Abgesehen von meinem emotionalen Ausbruch (wie dramatisch!) halte ich an der Erkenntnis fest, dass man in der Politik keine Freunde kennt, sondern nur Zweckbündnisse. Anders lautende Politikersprüche sind nichts weiter als billige Propaganda, geeignet zur Aufwertung der eigenen Person.

Und an „die Anderen“ in den USA gerichtet: Es wird nicht trösten, aber wir haben in Germany auch eine Wählerhälfte, die unser Gemeinwesen nachhaltig schädigt. Diese gewissenlose Bande mit einer Kopfzahl von etwa 20 Millionen hat im Vergleich zu den Gesinnungsgenossen in den USA ca. 10 Jahre Verspätung. Aber sie arbeiten engagiert an der Zerstörung unserer sozialen Struktur, und sie sind in geringerem Mass ideologisch verblödet, agieren intelligenter und sind deshalb gefährlicher!

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Unversehens ist die Welt toxisch geworden. Der gute Teil der Menschheit ist untätig und fällt schliesslich in tiefe Agonie. Der böse Teil wird gewinnen und stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Endlich fliegt uns alles zerstört um die Ohren, und es wird eine fruchtbare Aufbauphase kommen.
Die Leitkultur wird dabei ein Konglomerat aus Orwells „1984“ und Huxleys „Schöne neue Welt“ sein.

Ich schliesse nun ab. Es wird mir alles zu viel. Ich halte es mit Aldous Huxley:

„Wie jeder vernünftige und empfindsame Mensch verabscheue ich Arbeit.“

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