Schon wieder: Zauberlehrlinge

Geo-Engineering ist ein Sammelbegriff für wissenschaftliche Versuche, auf chemische und biologische Kreisläufe des Planeten Erde positiv verändernd einzuwirken. So ganz nei ist diese spezielle Wunschwelt von Menschen nicht. Schliesslich hat man sich schon immer einen Regenmacher gewünscht, diese Menschen mit magischen Fähigkeiten, wie man sie bei der Familie Nganyis in Kenia kennt, die den Regen beeinflusst, als wäre es nichts. Glaubse nicht? Einen Grossvater des heutigen Familienoberhaupts haben die Briten imGefängnis sterben lassen, weil er sich weigerte, ihnen bei einer Dürre Regen herbeizuholen. Gut, kannst Du einwenden, von Briten erwartet man nichts Besseres …..so ist eben ihr geistiges Niveau.

Geo-Engineering hat heute zum Ziel, auf irgendeine Weise der vom Menschen verursachte Klima-Erwärmung entgegenzuwirken. Dabei sind zwei Denkansätze erkennbar. Nr. 1 ist die Verringerung der Wirkung von Sonnenstrahlen. Man träumt von Spiegeln im Weltall, von Gasen mit Aerosolen in der Statosphäre, und vom Aufhellen der Siedlungen, wie man sie mit dem Streichen der Hausdächer mit weisser Farbe
erreichen könnte.

Weg Nr. 2 wäre, Massnahmen zu ergreifen, die der Atmosphäre Kohlendioxid entzieht. Sympathisch wäre noch die schnelle und konsquente Aufforstung, denn Pflanzen binden während der Photosynthese Kohlendioxid in Biomasse.
Weniger wünschenswert wäre die Düngung der Weltmeere, um Algen zu fördern, die mit dem Absterben das CO² auf dem Meeresgrund binden. Andere Ansätze sind der Einsatz von Chemikalien, die in Prozessen einen hohen Energieverbrauch haben werden, und so fort.

Und nun gönne ich mir den Luxus, Goethe’s Zauberlehrling hier komplett zu präsentieren. Genau dieses kriege ich nicht mehr aus dem Kopf, wenn ich über das Geo-Engineering nachdenke. Sie nennen sich Wissenschaftler, sie sind Zauberlehrlinge, die nicht wissen, was sie tun, und dass sie irreversiblen Schaden anrichten können, der die Menschheit bedroht oder gar schädigt. Lassen wir also den Herrn von Goethe ein paar Takte sprechen, ist ja auch ein wenig amüsant:

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
merkt ich und den Brauch,
und mit Geistesstärke
tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen;
bist schon lange Knecht gewesen:
nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
oben sei ein Kopf,
eile nun und gehe
mit dem Wassertopf!

Walle! walle
manche Strecke,
daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder,
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
stürzen auf mich ein.

Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
steh doch wieder still!

Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Holz behende
mit dem scharfen Beile spalten.

Seht da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
gleich, o Kobold, liegst du nieder;
krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
stehn in Eile
schon als Knechte
völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

»In die Ecke,
Besen, Besen!
Seids gewesen.
Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.«

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.