Spezialisten-Schelte

Es ist doch so:

Gib einem Ingenieur einen 8-er Maulschlüssel in die Hand – und er vergisst die Welt.

Gib einem Naturwissenschaftler ein Mikroskop und einige Reagenzgläser, Du siehst ihn wochenlang nicht mehr und Du weisst, dass er noch lebt, weil Deine Wurststullen aufgegessen sind und das Klopapier immer weniger wird.

Wie? Eine Übertreibung? Aber ja doch. Ich gönne mir diesen Spott, weil ich wieder einmal wütend bin. Da entwickelt eine deutsche Firma in Mainz, die Biontec einen Impfstoff gegen Covid-19, und in den USA verbreitet man, das Zeug käme von Pfizer/USA. Dabei sollen die dort nur produzieren.

Das Knowhow, die Anerkennung einer intellektuellen Leistung gebührt den Biontec-Leuten. Aber die Amis heften sich – wie so oft – den Orden an die Brust, obwohl sie nichts gebacken kriegen.

Wie das? Nun, die Biontec-Leute sind als Spezialisten zu beschränkt, um zu erkennen, welchen Schaden sie sich selbst zufügen, indem sie den Etikettenschwindel der Amis zulassen.
Dabei gehts nicht nur um das Image, sondern z. B. auch um zukünftige Projekte und deren Finanzierung, um internationale Zusammenarbeit usw.

Es bewahrheitet sich hier wieder einmal, dass Spezialisten keine Unternehmer sind, sondern bessere Fachidioten. In den USA sitzen dagegen hauptsächlich Generalisten, die „das Ganze“ beherrschen und deshalb Fachleute für das Absahnen sind.

Glaubse nich? Im Silicon valley findest Du nur wenige Amerikaner, aber Qualifizierte aus aller Welt.

Die Amis sind halt Spitze im Selbstvermarkten. Dazu muss man nicht in die Tiefe der Wissenschaften eintauchen. Eine grosse Klappe reicht zur aufgemotzten Selbstdarstellung. Den Deutschen fehlt das völlig. Sie idealisieren ihre Jobs, und wenn ein Ingenieurbüro eine Klofrau braucht, so muss die Berwerberin mindestens ein abgeschlossenes Studium der Hydromorphologie mitbringen.

Pfizer ist ein hungriger Wolf, und Biontec ist anscheinend ein Schaf. Wenn das mal gut geht …..