Über Ideologien

Es ist keine Schande, wenn man den Begriff „Sozialismus“ nicht definieren kann.
Aber es ist saudumm, wenn man diesen Begriff benutzt, ohne sich zuvor informiert zu haben.
Und völlig verblödet ist, wer sich damit durch Propaganda zum Kommunismus politisch steuern lässt.

Man muss vermuten, dass diese Art der Indoktrination bei Weizenfarmern, Moonshinern, den Rednecks aus den Appalachen und anderen gleich gebildeten Gruppen besonders gut funktioniert. Und man muss hinnhemen, dass jeder Versuch, aufzuklären, scheitern wird. Man hat es wohl mit Menschen zu tun, die nicht 10% ihres Gehirns benutzen, sondern nur 3%.

In aller Kürze:

Man kennt drei wichtige politische Ideologien. Der Liberalismus verlangt Freiheit in jeder Beziehung, also auch ökonomisch. Der Konservatismus erwartet die Bewahrung der bewährten Regeln und eine friedliche Evolution. Und der Sozialismus basiert auf Gerechtigkeit und Solidarität. (Socialis = kameradschaftlich). Für jede der drei Ideologien gilt strikt:
Die Wege zum Ziel sind zu gestalten. Nichts ist vorgegeben.
Man hat als Ziel eine bestimmte Gesellschaftsform, und die Wege dahin müssen erarbeitet werden. Auf diese Weise kam es zum Staatssozialismus, wie man ihn in Nordkorea, in China und in Russland vorfindet. Diese indiskutable Form von Sozialismus bewirkte, dass eine andere Art, der demokratische Sozialismus garnicht erst diskutiert wird, also die Verschmelzung von Sozialismus und Demokratie, wie sie andeutungsweise in der Sozialdemokratie zu finden ist. Davon abgesehen sind Konservatismus und Liberalismus für die herrschende Klasse weitaus attraktiver, denn Nehmen ist seliger denn Geben.

Wenn wir nach den USA schauen, so erkennen wir, dass dort der Liberalismus die angemessene Ideologie zu sein scheint, denn mit Solidarität hat man nichts am Hut. Aber es mangelt an Hirn, wenn man eine staatliche gelenktes Gesundheitssystem als sozialistisch oder gar kommunistisch verteufelt – Liberalismus verlangt freiheitliches Denken in jeder Richtung, was staatliche Eingriffe überall dort, wo nützlich oder unabdingbar, mit einschliesst. In den USA gilt wohl: Jeder denkt nur an sich. Nur ich denke an mich. Wer kein Geld für eine Blinddarm-OP hat und deshalb krepiert, hat Pech gehabt.

So sieht mein Traumland nicht aus. Was ich sehe, ist einfach erbärmlich, und verachtenswert.