Gedanken zum 4. 11. 2020

In den USA lebt ein politischer Kommentator aus Argentinien mit Namen „David Pakman“. Er gilt als kompetent und unabhängig. Nun hat dieser Mann wie alle Argentinier einen Vater. Dieser Senior dachte über die amerikanische Gesellschaft nach und kam zu folgendem Ergebnis: Die Mehrheit der US-Bürger befindet sich in einem permanenten Kriegszustand, und der Gegner ist das Gesellschaftssystem mit seinen Repräsentanten.

Amerikaner kommen wie wir alle mit Instinkten zur Welt. Populär sind der natürliche, aber starke Egoismus und die Kaft zum Überleben. Im Laufe ihrer Entwicklung zum Erwachsenen werden sie durch falsche Werte indoktriniert. Attraktiv ist das Versprechen, durch eigene Kraft zu Wohlstand zu gelangen.
Der Glaube an solche Heilsversprechen lockt Migranten ins Land. Nun kann das Wirtschaftssystem keine 330 Millionen Reiche generieren. Es baut sich ein gewaltiges Prekariat auf, eine Armee der Unzufriedenen, die intuitiv militant werden. Sie spüren, dass sie nie zur Oberklasse aufsteigen werden, und sie suchen sich eine andere Gemeinschaft. Das Angebot ist gross. Es reicht von Religionsgemeinschaften bis zum Ku klux klan. Und man bewaffnet sich. Auf diese Weise gestärkt wird man gar kriminell, da der ehrliche Weg nicht ergiebig ist.

Schliesslich kommt ein Mann wie Donald Trump daher, ein leuchtendes Fanal für alle, die krumme Wege gehen wollen oder müssen. Er ist ein Mann, der das Vermögen seines Vaters strapaziert, der mehr Schulden als Vermögen hat und dennoch wie ein Krösus lebt, und der allen Unterprivilegiertzen sagt: Schaut auf mich! Es geht doch! Es geht alles! Wer es nicht schafft , ist einfach dumm! Unser Land, das grosse Amerika ist der fruchtbare Boden auch für Deinen Wohlstand, wenn Du nur hart genug arbeitest!

Dumm nur, dass die Realität auf brutale Weise zeigt, wie falsch diese Propaganda daherkommt. Aber der Amerikaner glaubt. Er glaubt an alles, was seine Ideale kennzeichnet. Die Wirklichkeit ist dabei nur hinderlich. Und er glaubt an das Geld, ohne zu wissen, wie dumm Geld ist. Er sieht das Sternenbanner und glaubt an die USA. Aber er rückt rasch das Gemeinwohl in den Hintergrund und schmückt mit der Flagge seine persönlichen Nutzenerwartungen. Und er verteidigt sein infantiles Bild von seiner Existenz als Amerikaner „bis aufs Blut“.

Und irgendwann kommt seine grosse Stunde, in der er glaubt, an etwas wirklich Grossem aktiv mitzuwirken: Er wählt einen Psychopathen namens Trump zum Präsidenten der USA!

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich mein kritischer Kommentar nicht nur auf die Hälfte der Wähler bezieht, die man nun salopp als Trumpisten bezeichnet. Die demokratische Hälfte der politisierten Bürger sind auf dieselbe Weise geschädigt; sie lehnen jedoch Trump aus Image-Gründen ab, und vielleicht intuitiv, weil sie ihn als drohende Gefahr, als Risiko wahrnehmen.

Mr. Pakman Sen.’s Quintessenz deckt sich zu 100% mit jenen Menschen, deren Hirn noch arbeitet. Diese Minderheit möchte in grossen, rot leuchtenden Lettern in den Nachthimmel schreiben:

Präsidenten wechseln hilft nicht!
Man muss das Volk austauschen!