Ein Zeitbild – aufgedröselt

Der Egoismus ist eine Ur-Kraft, die allen lebenden Wesen auf den Weg durch die Entwicklungsgeschichte mitgegeben wurde. So hat die Natur für die Arterhaltung durch die Starken gesorgt.

Eine weitere Kraftquelle sind die Emotionen. Menschen und Tiere sind damit ausgestattet. Sie haben eine Lenkungsfunktion in Verbindung mit einer dritten Kraft.

Das ist die Intelligenz. Jedes Lebewesen ist mit einem Minimum davon ausgestattet. Hier ist nur die soziale Intelligenz relevant. Die Intelligenz befähigt zur Anwendung von Verstand und Vernunft.

Und eine vierte Kraft wirkt auf Verstand und Vernunft: Die Lebenserfahrung. Sie reflektiert die Wirkung des menschlichen Handelns in einem Lebensraum.

Diese vier Kräfte sind in unterschiedlicher Ausprägung in jedem menschlichen Individuum angelegt. Wenn der Mensch das Bedürfnis hat, in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen zusammenzuleben, so wirkt eine fünfte Kraft auf sein Dasein: Die Regeln der Gemeinschaft. Sie sind unverzichtbar, denn sie geben der Gemeinschaft Sicherheit, Schutz vor dem Egoismus des Einzelnen. Die Akzeptanz der Regeln schränkt die individuelle Freiheit ein. So zahlt man den Preis für die Sicherheit.

Jeder Mensch hat die Freiheit, aus seiner Community auszuscheiden und seinen eigenen Weg zu gehen. Dabei verliert er alle Rechte, die seine Gemeinschaft bietet. Insofern ist seine Freiheit nicht beschnitten. Er kann über seinen Weg bestimmen, aber nicht über den Weg anderer Menschen, wie etwa seine Nachkommen.

Über die Jahrtausende haben sich buchstäblich viele Kulturen entwickelt, die sich zum Teil gravierend unterscheiden. Diese Kulturen sind für ihre Inhaber unverzichtbar geworden und kaum zu beeinflussen. Sie finden ihren Niederschlag vor allem auch in den Regeln für die Gemeinschaften. Treffen sie aufeinander, so entsteht unweigerlich Konfliktpotential. Man muss feststellen, dass es sich bei dem viel gepriesenen Melting pot um eine Fiktion handelt. Gemeinsamkeit kann man nicht herstellen. Sie muss langsam, also über Jahrhunderte wachsen. Alle Versuche zur Beschleunigung richten Schaden an.

Was man nicht hat, ist die dafür benötigte Zeit. Man sagt, die Zeit sei „schnelllebig“. So arbeitet das globale System instabil, und die soziale Sicherheit ist permanent gestört. Misstrauen und diffuse Ängste sind die Folge, und sie führen auf direktem Weg in Zustände des Faschismus, in Nationalismus, in Despotismus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.