Systemisch gedacht – ein Beispiel

Vielleicht sollte man die menschliche Gemeinschaft als einen komplexen Organismus begreifen, etwa wie den menschlichen Körper.

Dieser Organismus altert. Er wird krank – durch Bakterien geschädigt. Diese Schädlinge nenne ich Individuen. Sie mutieren. Sie konvertieren von Gut zu Böse, und umgekehrt. Sie vermehren und organisieren sich. Der Organismus wird krank, und sein Immunsystem, die Regelung des Zusammenlebens versagt.

Der gesamte Organismus ist dann verunsichert, und unter den Individuen verbreitet sich eine diffuse Angst vor der unbekannten Zukunft. Sie bilden Kolonien, und damit wächst ihre Kraft überproportional. Sie suchen Stärke, und ihr Seelenheil bei vermeintlich Starken.

Dies ist die Stunde der Psychopathen. Sie besetzen Teile des Organismus und wollen dort ihr eigenes, krankes Ideal realisieren. Die menschliche Gemeinschaft wird auf diese Weise in Teile zerlegt, die inkompatibel sind. Unverträglichkeit führt zu Abwehrreaktionen.

So entstehen unentwegt entzündliche Prozesse, die der Organismus selbst heilen muss. Das erfordert einen hohen Aufwand für Energie, die schliesslich den Individuen entzogen werden muss.

Es besteht keinerlei Zweifel: Der Organismus ist schwer erkrankt, und seine Krankheit ist chronisch.

Das verursachende Bakterium heisst nicht Staphylococcus aureus, sondern „Mensch“.