Über die Moral in der Politik

Da läuft in Berlin einer herum und wird „Bundesverkehrsminister“ genannt. Ihm selbst war vor Jahren noch mehr daran gelegen, als Dr. Andreas Scheuer in den Ring zu steigen – ohne Promotion geht das natürlich nicht, und er war gezwungen, auf den Dr. zu verzichten.

Das ist eine olle Kamelle. Aber sie ist nützlich, zeigt sie doch ein wenig Scheuer von innen. Aber er gilt als CSU-Nachwuchs, allzeit opportun zu den Altvorderen, und so hob man ihn auf einen Ministersessel.

Dumm, dass man ihn in Schuhe steckte, die ihm viel zu gross sind. Und so hat er seine neu erworbene Macht benutzt, mit dem Mautprojekt richtigen Mist zu produzieren.

Er hat das Parlament belogen! Ich gestehe, ich habe geweint vor Entsetzen! Der Eklat wird Unternehmen wie Bayer an den Rand eines Konkurses treiben, und das nicht wegen der gigantischen Schulden aus der Monsanto-Übernahme.

Er hat das Gebot der Betreiber, die Entscheidung der EU abzuwarten, bevor man damit beginnt, Geld auszugeben, nicht beachtet. Offenbar ist Scheuer gut gerüstet mit einem Mangel an Intelligenz. So hat er abgedrückt, aber seinen eigenen Schuss nicht gehört: Es war der Startschuss zum falschen Zeitpunkt. So kommt er nun an mit dem bereits im Sandkasten erprobten infantilen „Ich war das nicht!“.

Um Fehlentscheidung und Lüge wird nun viel Gesumse gemacht. Wie üblich will man mit Theaterdonner den verblödeten Teil der Bürger so weit bringen, dass sie dem Ganzen keine Bedeutung beimessen und in wenigen Monaten wieder CDU/CSU wählen. So wird es kommen, und alle wissen eh: Die Roten sind kein Deut besser. Es wirkt, als steckten alle unter einer Decke und spielten wie im Schneizlreuther Bauerntheater.

Die kommende Wahl mag wohl auch der Grund sein, dass man n i c h t darüber spricht, dass Scheuer 560 Millionen Euro versenkt hat. Zahlen haben ihre eigene Magie, sie bleiben als Schadenssumme in den Hirnen kleben! Solche finanziellen Fehlleistungen sind in der Bundesregierung ohnehin alltäglich. Siehe dazu z. B. die Beratungskosten im Verteidigungsladen unter Von der Leyen. Man verspielt ja nicht das eigene Vermögen, sondern das einer anonymen Masse, das der Steuerzahler.

Wie auch immer, ich habe längst begriffen, dass moralisches Handeln in der Politik nichrt erwartet werden darf. Dies jammernd zu beklagen ist töricht. Ob ein Brite Brexit-Supporter oder Brexit-Remainer spielt, ist gleichgültig. Sie sind von gleicher Art, und die Politiker der Restwelt, diese übrigen lausigen 3% gehören dazu. Sie spielen alle. Sie spielen mit fremdem Geld „Monopoly“. Der gravierende Unterschied zum Spiel aus dem grünen Karton: Es werden ständig neue Regeln erdacht und geändert. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad und erzeugt eine natürliche Spannung.

Wie, was, kostet auch Menschenleben, Kriege und so? Na und? Wir haben doch genug davon!