Mein Poli-Tick

Ich muss es einfach mal aufschreiben. Vielleicht wird dann der Druck reduziert, den mir derzeit 4 Themen bereiten. Anders, und schlicht formuliert: Ich kann’s nicht mehr hören und lesen; es kotzt mich an! Es sind

  • Corona
  • US-Präsidentenwahl
  • Brexit
  • Berichterstattung darüber

Zur Pandemie:
Die pausenlose Konfrontation mit menschlicher Dummheit frustriert mich. Ich bin so weit aufgeladen, dass ich mir die Wiedereinführung der Prügelstrafe wünsche. Zudem muss man das Management der Krise „erbärmlich“ nennen. Dies hat die Bundespolitik zu verantworten. Man kann eine nationale Krise nicht den Bundesländern, also Bäckermeistern, Gärtnern, Juristen und Volksschullehrern überlassen.

Zu den USA:
Die pausenlose Konfrontation mit deren Gewissenlosigkeit frustriert mich. In einer speziellen Form von Galgenhumor kolportiert man die Kandidaten als den Irren vs. den Senilen. Also ist keiner der beiden befähigt, aber einer davon muss es machen, muss das Amt übernehmen – nützliche Idioten. Den Nachwuchs der Parteien lässt man so lange in der Brutkammer im Keller, bis er verdorben ist wie der schwedische Stinkefisch in Dosen, der Surströmming. Er ist dann wenigstens mürbe.
So ähnlich macht man es auch in den Parteien der Bundesrepublik. Politiker und Pattex-Kleber bilden eine Symbiose vom Feinsten.

Zum Brexit:
Die pausenlose Konfrontation mit britischer Unverschämtheit frustriert mich. Hinzu kommt, dass man auf Seiten der EU Verhandler vermuten muss, die keine Eier in der Hose haben. Sie werden am Ende wegen des Drucks einiger Unternehmen schmierige Kompromisse eingehen, und den Briten bleibt die Katharsis erspart. Sie werden der Welt jubelnd verkünden, man habe der EU in den Arsch getreten und alles bekommen, was man wollte.

Zur Berichterstattung:
Die pausenlose Verbreitung von Halbwahrheiten und des Verschweigen unerquicklicher Entwicklungen frustriert mich. Die Bezeichnung als „Lügenpresse“ haben sich die deutschen Medien redlich verdient. US-Journalisten arbeiten investigativ, und publizieren. Die aus Funk und Fernsehn in DE kupfern ab, was Nachrichtenagenturen so anbieten, und das ist wenig genug. Wir, die Kunden, sind unmündig, und wir sollen es bleiben. Absicht? Vermutlich ja. Einzelfälle beweisen: Wer als Journalist von der offiziellen Linie abweicht und tiefer gräbt, wird kaltgestellt.

Wie gesagt: Das alles hängt mir zum Halse heraus; ich hatte niemals damit gerechnet, wie schwer es sein würde, dem Geschwafel zu solchen Themen aus dem Weg zu gehen. Es erwischt mich, ich spüre so etwas wie Ekel, und flüchte dann in eine der seichten Fernsehsendungen. Das lenkt ab.

Die oben genannten Themen sind wie ein Kaugummi. Man packt es aus, schiebt es sich in den Mund und geniesst die minzige Frische, die ganz schnell verschwindet. Es bleibt ein geschmackloser Klops, vielmehr ein Klöpschen, auf dem man gedankenlos für den Rest des Tags herumkaut, statt die Zähne zu putzen. Am Abend klebt man das Ding an den Tischrand, und am nächsten Morgen pflückt man das Gummi ab und kaut wieder 16 Stunden darauf herum – so ist das Kaugummi richtig eklig geworden. Nun praktiziere das nicht über 16 Stunden, sondern über 16 Wochen!