Eine Grossmacht stirbt

Die Woodward-Enthüllungen, der Bericht über Trumps Steuergebaren – selbst die krassesten Meldungen scheinen niemanden mehr ernsthaft zu erschüttern: Im US-Wahlkampf zeigt sich die ganze Lethargie und moralische Verkommenheit eines Landes kurz vor der Implosion.
Mitte November erscheint Barack Obamas Autobiografie „Ein verheißenes Land“. Auf über 1000 Seiten, zum stolzen Preis von 42 Euro, kann der geneigte Leser dann laut Klappentext die „unwahrscheinliche Odyssee vom jungen Mann auf der Suche nach seiner Identität bis hin zum führenden Politiker der freien Welt“ nachverfolgen. Es wird, soviel steht wohl fest, zwei Wochen nach der Wahl der Bericht aus einer vergangenen Epoche sein. Eine Art unfreiwilliger Nachruf auf eine (gerne) große Nation.

Es ist ein Absturz, der im geschichtlichen Kontext ironischerweise mit der Vereidigung Obamas seinen Anfang nahm, als dieser die Folgen der Wirtschaftskrise erbte, sich bald mit Sarah Palin und den Hardlinern der Tea Party konfrontiert sah und schließlich von den Republikanern im Kongress unverhohlen boykottiert und de facto entmachtet wurde.

Der schlimmste Verlust ist jener der Ehre:

Es ist aber auch ein Absturz, dessen Ausmaße niemals deutlicher wurde als in der heißen Phase des aktuellen Wahlkampfes. Die USA sind unter Präsident Donald Trump tief gesunken, politisch nicht mehr besser in Schuss als eine Bananenrepublik – aber der schlimmste Verlust ist jener der Ehre und jeglicher Form moralischer Integrität.

Trump hat in den vier Jahren seiner Amtszeit die Spaltung des Landes vorangetrieben und dafür gesorgt, dass Wahrheit und Fakten keine Bedeutung mehr haben. Das ist nicht neu. Und trotzdem muss die tatsächliche Verkommenheit des Landes anno 2020 bei allem Zynismus jeden anständigen Menschen schockieren.

Vor zwei Wochen zeigten die Enthüllungen des Journalisten Bob Woodward, dass der Präsident sein Volk seit Anbeginn der Pandemie bewusst belogen und so den Tod von mehr als 200.000 US-Amerikanern mutwillig in Kauf genommen hat. Eine Erkenntnis, die wohl den meisten Anführern westlicher Demokratien nicht nur auf die Füße fallen, sondern sie in ihrem Amt quasi unmöglich machen würde.

VERLUSTE UND VERTUSCHUNGEN:

Der falsche Mythos vom erfolgreichen Geschäftsmann Donald Trump
Jetzt berichtet die „New York Times“, dass Trump jahrelang nur minimale oder gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene gezahlt hat. Eine publizistische Bombe, vom Präsidenten routinemäßig als „fake news“ entschärft und damit in seinem Amerika flugs zu den Akten gelegt. Schon morgen kräht kein sprichwörtlicher Hahn mehr danach.

Oder?

Wahlkampf in Trump-Land funktioniert sinngemäß so, wie es der Publizist David Remnick im „New Yorker“ beschreibt: Jeden Tag eine neue Bombe – aber wen juckt’s?

Die treuen Anhänger des Präsidenten wohl kaum, weil sie anders ticken. Weil sie, wie Remnick treffend schreibt, „die Unehrlichkeit, die Scheinheiligkeit, die Lügen, die Inkompetenz“ des Donald Trump als gegeben hinnehmen und sich nicht weiter an ihnen stören. Ihr Weltbild dreht sich ausschließlich um den 74-Jährigen, und es ist so unerschütterlich wie das Denkmal am Mount Rushmore, an dem sich auch Trump so gerne als monumentalen Porträtkopf verewigt sehen würde. Und deshalb nehmen sie ihrem Führer jedes noch so lächerliche Dementi ab.

Donald Trump und die Narrenfreiheit:

In den USA, die er in den vergangenen vier Jahren geprägt hat, genießt „the Donald“ eine furchteinflößende Narrenfreiheit, die an seine denkwürdige Einschätzung von 2016 erinnert: „Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue jemanden erschießen und würde keine Wähler verlieren, ok?!“ Es ist inzwischen davon auszugehen, dass er mit dieser Einschätzung richtiger lag, als alle amerikanischen Verbündeten es in ihren schlimmsten Albträumen für möglich gehalten hätten. Und nur der Ausgang der Wahl und ihre weiteren Umstände werden zeigen, wie irreparabel der Schaden wirklich ist.

Es ist davon auszugehen, dass hinter den Leaks von Woodward oder der „Times“ sehr kluge und taktisch versierte Köpfe stecken, die sich den richtigen Zeitpunkt zur Veröffentlichung lange und gründlich überlegt haben dürften. Aber es steht zu befürchten, dass jede noch so traurige Wahrheit über die verbrecherischen Machenschaften ihres skrupellosen Präsidenten in den nur noch vermeintlich Vereinigten Staaten dieses düsteren Herbstes schon am nächsten Tag wahlweise überholt oder vergessen sein wird. Was auch immer die Demokraten möglicherweise noch im Köcher haben: Es spielt wahrscheinlich keine Rolle.

Kaum Steuern gezahlt? Trump fliegen alte Tweets um die Ohren
Barack Obamas verheißenes Land ist längst ein verdorbenes Land. Und wenn die Dinge bis Mitte November ihren Lauf so nehmen, wie es zu befürchten steht: ein verbranntes Land.

Text: Tim Sohr, STERN.DE

Es wäre sehr naiv zu glauben, dass mit der Entfernung des kranken Mr. Trump das aktuelle Problem der USA gelöst sei. Es ist wie bei einer unbehandelten Sepsis, einer Blutvergiftung durch eine Wunde am Daumen. Man kann den Daumen amputieren – das Gift ist längst im ganzen Körper verteilt und tötet.

Das soll heissen, dass die USA so bleiben, wie sie sich präsentieren. Und sie präsentieren sich offener denn je. Manch einer wünscht sich, alle Staaten würden sich so brutal ehrlich darstellen wie die USA, oder Lukaschenko in Belarus – der wahre Zustand der Welt wäre reinster Horror, die Parolen von Freiheit und Demokratie verschwänden für immer aus dem Sprachgebrauch, und selbst die schmierigsten Polit-Huren müssten kleine Brötchen backen, statt sich an den kranken Uncle Sam zu verkaufen.

Dann würde auch der Dümmste denken, es wäre eine Gnade gewesen, als Goldhamster geboren zu sein und nur Katzen fürchten zu müssen.

Rien ne va plus!

Er ruft seine Frau.

Sie schaltet auf stumm und taub.

Ein Hund frisst Zwiebeln.

Ein Wunsch frei

Ein frommer Jude wandelt betend über den Malibu beach. Plötzlich tut sich der Himmel auf, und die Stimme Gottes dröhnt: „Moishe, ich sehe, Du bist jederzeit bei mir! Ich gewähre Dir einen Wunsch. Was möchtest Du?“

Moishe überlegt nicht nicht lange und bittet Gott um eine Brücke von Frisco nach Hawaii, damit er jederzeit dorthin fahren könne.

Gott protestiert und weist auf die Komplextät dieser Aufgabe hin, auf unethischen Materialismus, den Materialbedarf und vieles andere, nicht ohne zu erwähnen, er könne für diese Brücke schon sorgen.

Moishe besinnt sich, und wünscht sich nun, seine Frau besser verstehen zu können, zu wissen, warum sie weint, wenn sie weint, und was die Gründe für ihre Freude, ihren Zorn usw. sei, und wie er sie glücklich machen könnte.

Gott antwortet:

„Soll unsere Brücke zwei- oder vierspurig werden?“

Jiddische Teamwork

Janki richtet jeden Tag dieselbe Bitte an den lieben Gott: «Bitte, lass mich in der Lotterie gewinnen! Bitte, lass mich in der Lotterie gewinnen!» Als er diesen Wunsch wieder einmal besonders inbrünstig wiederholt, öffnen sich die Himmel, und die Stimme Gottes antwortet: «Janki, gib mir eine Chance! Kauf dir ein Los!»

Mütter

Quelle: Facebook

Wer die jiddische Mame kennt,
kann den Beweis führen,
dass Jesus Jude war.

„Erstens: Er lebte noch bei seinen Eltern, als er schon dreißig war.
Zweitens: Er glaubte, seine Mutter sei Jungfrau.
Drittens: Seine Mutter glaubte, er sei Gott.“

Ist damit alles über die jüdische Mutter gesagt?
Nein.

„Eine Mutter kommt ins Kinderzimmer:
‚Du musst zur Schule gehen, Bernie.‘
Bernie zieht sich die Decke über den Kopf.
‚Ich will nicht zur Schule gehen.‘
‚Du musst aber‘, sagt die Mutter.
‚Ich will nicht. Die Lehrer mögen mich nicht,
und die Kinder machen sich über mich lustig.‘
Die Mutter zieht die Bettdecke weg.
‚Bernie, du hast keine Wahl.
Du muss zur Schule gehen.‘
Sagt er: ‚Sag mir nur einen guten Grund.‘
Sagt sie: ‚Du bist 52 Jahr alt und der Direktor.‘“

Ein Rabbi bei Gott

Ein Rabbi sagt zu Gott:

„Hilfe, mein Sohn ist Christ geworden, was soll ich bloß tun?“

Gott antwortet: „Mach dir nichts draus,

mein Sohn ist auch Christ geworden.“

Rabbi: „Und was hast du getan?“

Gott: „Ich habe ein Neues Testament geschrieben.“

Ignorance is strength

So lautet ein Postulat des englischen Wahrheitsministeriums in Orwells Welt. Unwissenheit ist Stärke – wer möchte das ernsthaft bezweifeln?

Die Mächtigen dieser Welt sind anscheinend ständig bemüht, diese Utopie Realität werden zu lassen, und es gelingt ihnen – teilweise. Da fragte vor Jahren eine US-Austauschschülerin, wie es dem deutschen Kaiser geht! Und ein US-Präsident weiss, dass in dem Walddorf Wien Bäume explodieren! Das Fernsehn ist an Schwachsinn kaum noch zu überbieten, und ein deutscher TV-Intendant erklärt vor laufender Kamera, es sei die Aufgabe des TV, die Menschen zu erziehen! Er scheute sich, „umerziehen zu unpolitischen Konsumidioten“ zu sagen. Investigativer Journalismus wird natürlich unterdrückt und so fort.

Ja, man will uns stark machen für eine Zukunft, die man gescheiter nicht genauer definiert. Dumm nur, dass es in jedem Staat einen Bodensatz von Menschen gibt, die sich der Schwäche hingeben, indem Wissen anhäufen, indem sie sich Bilder der Welt zeichnen, wie sie sich aus Tatsachen, Indizien, Vermutungen und Phantasien ergibt; daran scheitert das Projekt der Volksverdummung brachial.

Das Wissen um die Welt, in der wir leben müssen, hat seinen Preis. Wer zu viel weiss, kann an der Welt verzweifeln. Er wird schwach, und seinen Lebensraum kann er kaum noch ertragen. Um wievieles besser geht es dem Ungebildeten! Wie sagt er so trefflich? „Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss! Gib mir eine Axt, und ich lege den Baum um! Gib mir eine Flinte, und ich gehe nach Vietnam, Schlitzaugen töten! Hol Bier, Alte!“ (Was für ein Klischée!)

Vielleicht ist Prinzip gut. Man müsste nur die Gewichte verschieben: 54% Kluge und 46% Starke? Warum arbeitet keiner daran? So wäre auch das Problem mit Wien’s explodierenden Bäumen erledigt …..

1984

war is peace
freedom is slavery
ignorance is strength

Dies zu verstehen erfordert, doppeldenken zu können. Ganz nach Bedarf der Regierenden soll das Volk das eine oder das andere glauben. Modern: Die alternativen Wahrheiten in der US-Politik! Nichtwissen ist Stärke? Das ist weltweit das wichtigste Bildungsideal. Der Prolet spricht vom gezielten Verblöden der Bürger.

The Party told you to
reject all evidence
of your eyes and
ears. It was their final,
most essential
command.

So meinen die Mächtigen, dass die Bürger gefälligst zu ignorieren haben, was sie zur Upperclass sehen und hören, weil es sie nichts angeht.

Wir leben im Orwell’schen Ozeanien, und diese sowie andere in „1984“ beschriebenen Gesetze sind deutlich spürbar.

george orwell, „1984“, Juni 1949

Netanjahu, Trump, Du und ich

Du wirst es nicht glauben! Doch die folgende Geschichte brachte heute ein amerikanischer Nachrichtensender mit dem Hinweis, es sei reinste Wahrheit.
Die Meldung war sehr kurz, und lautet:

„Wenn Netanjahu, also Isreals Ministerpräsident das Weisse Haus besucht, so bringt er stets kofferweise Schmutzwäsche mit, um sie dort waschen zu lassen.“

Das ist alles.

„Hi Donald! Da bin ich! Ich habe wieder 17 Koffer Wäsche mitgebracht, lass die doch mal gleich runterbringen in Deine chinesische Wäscherei! Und sage denen bitte, ich will nicht wieder Zitronenduft auf dem Kopfkissenbezug! Diesmal bitte die „Frühlingsfrische aus der sibirischen Taiga“! Ich kann den Putin nicht mehr riechen!“

Ich sage: Wir werden von Irren regiert!
Du sagst: Das weiss ich schon lange!
Ich sage: Aber der Israeli muss doch einen Grund haben!
Du sagst: Vielleicht taugt das LENOR in Israel nichts!
Ich sage: Oder sie kriegen dort die Bremsstreifen nicht aus den Unterhosen!
Du sagst: Sie haben nur hartes Wasser in Jerusalem!
Ich sage: Ja, das macht dann die Unterhosen kratzig!
Du sagst: Das würde erklären, warum der Mann so zickig ist!
Ich sage: Dann ist ihm auch noch seine Korruption in die Hose gegangen!
Du sagst: Das reibt wund zwischen den Beinen!
Ich sage: Jesus! Es geht um Israels Kronjuwelen!
Du sagst: Sie nennen ihn „Bibi“, den Benjamin Netanjahu.
Ich sage: Pipi – Passt!
Du sagst: Was, wenn seine Mechonat kwissa kaputt ist?
Ich sage: Angeber!
Du sagst: ….. Waschmaschine!
Ich sage: Oder das Wasser ist alle!
Du sagst: Trockenwäsche ist dann das Gebot der Stunde!
Ich sage: Aha. PERSIL in die Unterhose, reiben, ausschütteln – fertig!
Du sagst: So ungefähr. Aber mit Taiga drin!
Ich sage: Mir reichts. Abgang!

Blick über den Ärmelkanal

Es steht ausser Frage, dass der Brexit den Handel europäischer Staaten mit Grossbritannien massiv behindern wird. Die Insulaner sind allerdings weder willens noch in der Lage, Grenzkontrollen einzurichten. Und so macht der Gedanke die Runde, dass sich dort eine neue Schmuggelkultur entwickeln muss. Die USA werden so oder so bekommen, was sie wollen: Ein Riesentor, nämlich Nordirland, durch das sie ihren Dreck, den sie Food nennen, in den EU-Markt einschleusen können. Der Verbraucher wird vermutlich nicht erkennen, dass er ein Chlorhuhn im Topf hat – die Foodbranche ist im Um-Etikettieren sehr geübt.

Derartiges war für die Gruppe um B. Johnson von Beginn an der Plan, und der Rest nur Theaterdonner. So hat man z. B. mittlerweile mehr als ein Dritten des Gesundheitswesens, der NHS also „privatisiert“, also verhökert ….. der Deal läuft weiter, und Kranksein wird unbezahlbar. Wir kennen die Abzockerei aus der Praxis im guten alten Germany, nicht wahr? Nein? Zahlen wir für manche Pillen nicht das Zehnfache des Preises in den USA? Vergiss es. Unser Gesundheitssystem ist trotz des Ausplünderns der Kassen für uns Bürger noch immer ok. Noch.

Eigentlich war ich im Geiste bei den Briten, und ich wollte auf einen Aspekt hinweisen, der in der öffentlichen Diskussion um deren Verhalten in der Welt nicht gewürdigt wird. Die Transparenz der Internet hat einiges offengelegt und ein neues, vermutlich wahres Bild dieser Insulaner gezeichnet:

Sie sind heute Neofaschisten, aber die wahren Demokraten.
Sie haben die Demokratie erfunden. Pfeif auf das antike Griechenland mit seinem Polis.
Sie haben ihren Kolonien die Demokratie gebracht. Ausbeutung ist ein böses Gerücht.
Sie haben ihren Kolonien den Fortschritt gebracht.
Sie haben den Weltkrieg II gewonnen.
Sie sind den USA seelenverwandt, beinahe Staat Nr. 51, besser Staat Nr. 1!
Sie haben nie einen Krieg begonnen. Stimmt nicht. Sie haben Hitler gefördert, damit er auf die Russen losging. Siehe bei Winston Churchill!
Ihr Status in der zivilisierten Welt berechtigt sie zu fordern, was immer sie wollen.
Korruption kennt man, aber nicht als verwerfliches Handeln, sondern als zweckmässige Selbstverständlichkeit-
Besonders von den Nazis (das sind wir, Du und ich). Da ist immer noch eine Kriegsschuld einzutreiben, und das unbefristet und so lange, bis Germany deutlich kleiner ist als GB, also nicht am Boden, sondern darunter. Dann hat jeder anständige Brite seinen Orgasmus!

Schluss mit Beispielen. Nun mögen sich Linguisten mit derartigen Sprachmüll beschäftigen und alles Bösartige eliminieren. Was übrig bleibt, wird in GB über das Bildungssystem von Generation zu Generation weitergegeben – ein ziemlich schräges Selbstbild der britischen Upperclass. Die Leute haben diese Macke, und man möchte sie einen Erbschaden nennen, einen hausgemachten Gen-Defekt. Und mit dieser Krankheit behaftet agieren die Briten meisterhaft als Parasiten der Weltgemeinschaft – wie auch als Mitglied der EU.

Die hier skizzierte Denkweise der Briten gleicht einem stark kariösen Zahn, der raus muss. Und was wird diese Zahnextraktion bewirken? Etwa auf die Ruine einreden?
MKitnichten. Einen Gesinnungswandel schafft nur die Katastrophe. Das war schon immer so. Das Alte muss niederbrennen, wenn Neues entstehen soll.
(Jetzt lege bitte die Streichhölzer zurück in die Schublade! „Brennen“ geht nur in Köpfen mit Hirn).

Neues aus dem Alten Land

Ich nenne sie tatsächlich das „Viech“. Sie ist schön. Sie bewegt sich elegant. Und sie ist schlank, beneidenswert! Doch wenn ich es recht bedenke – sie ist doch nur eine grau getigerte Katze.

Gewiss, das klingt abwertend, aus Katzensicht. Wir, ein Exemplar aus der Klasse „Krone der Schöpfung“ nehmen uns die Freiheit, feinsinnig zu differenzieren. Menschen, auch Personen genannt, sind den Felidae meilenweit überlegen. Oder hat je eine Katze eine Weltwirtschaftskrise zustande gebracht?

Gut, wir gestehen, wir auch nicht. Wir sind ein großer Mensch, mit 187 cm und 130 kg, und zugleich klein geblieben. Nahezu winzig. Aber wir sind immerhin ständig bemüht, die grosse Welt zu verstehen.

Anders das Viech. Es versteht seine Katzenwelt. Das ist ein Revier rund um unsere Hütte. Es ist ein „Streuner“, hat also kein Zuhause. Es ist ein Allesfresser, und als solcher ständig auf der Jagd. So frisst das Viech irgendwas, aber auch Libellen, Fliegen und Grashüpfer.

Nun hat sich dieses Viech unser Zuhause als Quartier ausgesucht. Und in unserem Haus gebährdet es sich wie ein Boss. Es kommt an, fordert Fressen, will saufen, spielen, gekrault werden oder auch eine Runde schlafen. Und wir lernen brav seine Katzensprache. Prioritäten wechseln ständig. Wir werden untergebuttert.

Wir möchten das Viech aus dem Haus werfen. Das zöge leider einen Krieg mit unserer Tochter nach sich, der nur mit einer Erklärung des Verzichts auf jegliche Art von Alkoholica beendet werden könnte, eine Unmöglichkeit für einen gebrechlichen alten Menschen.

So leben nun neuerdings drei Individuen in unserem Hause: Das Viech, das Biest und wir. Und wir sehen uns noch immer als Krone des Schöpfers, dieses Pfuschers, der uns so geschöpft hat, dass wir uns als Krone fühlen wie aus rostigem Blech ohne Glanz und Edelgestein.

Warum benutze ich den Pluralis majestatis? Nun, noch sind wir hier Oberste Instanz !

Barbados

Queen Elizabeth II dient unter anderem als Staatsoberhaupt von Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Barbados, Belize, Kanada, Grenada, Jamaika, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia , St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu.

Diese von der Königin geführten Nationen sind als “ Commonwealth Realms “ bekannt. Der Commonwealth of Nations ist umfangreicher.

Ich habe lange, lange darüber gegrübelt, wie ich diese Bezeichnung ins Deutsche übersetzen könnte.

Common = gemeinsam
wealth = Besitz, Reichtum
Realm = Königreich

Vielleicht geht es so: Alle Nations tanzen nach derselben Musik, die im Vereinigten Königreich, also in London gespielt wird. Man wird besitzt, ist aber nicht besessen, sondern besetzt. So ist für die „Zentrale“ sichergestellt, dass man aus diesem Konglomerat herausquetschen kann, was immer von Wert ist. Dabei ist der Glanz der Queen die Camouflage zum Verdecken von Wunden. Das zumindest war Ziel zu Zeiten, als man zu Recht vom Britischen Empire sprach; London hatte sich rund ein Viertel der Welt angeeignet. Doch bereits um 1840 begann der Zerfall, den man später „Dekolonisation“ nannte, und dieser schmerzhafte Prozess endete erst um 1997. Verständlich, dass die Briten ihre im Empire gepflegte Denk- und Handlungsweise noch immer nicht zu korrigieren vermögen, wie die BREXIT-Verhandlungen gezeigt haben. Vereinfacht: Sie glauben berechtigt zu sein, zu fordern, zu nehmen, aber nichts zu geben.

Und nun kommt Barbados daher. Ein Inselchen über dem Wind, in den Kleinen Antillen gelegen, mit etwas mehr als 400 qkm und knapp 300.000 Einwohnern, und für Urlauber ein Traumziel. Die Staatsform ist eine Parlamentarische Monarchie – und plötzlich wollen sie Republik werden, also die Monarchie abstreifen wie eine kaputte Wollsocke. Man spricht nun weltweit davon, dass Barbados die Scheidung von der Queen fordert. Was für ein Hammer!

Nun kann alle Welt mit Spekulationen Furore machen. Zerfällt das Commonwealth of Nations in seine 54 Teile? Oder ist Barbados nur ein Ausrutscher? Muss die Queen verhungern, wenn ihre Apanage aus Barbados ausbleibt? Werden nun andere Nations ermutigt, hinzuschmeissen, allen voran die Schotten mit und ohne Unterhosen unter dem Kilt, die nur Öl und Whiskey haben und mit Felsen und Bäumen um sich werfen, während man in London feinsinnige Methoden zur Geldwäsche austüftelt? Was um des Himmels Willen wird?

Nobody knows !

Aus berufenem Munde

  • Die Grossbanken haben Schwierigkeiten bei der Bekämpfung der Geldwäsche ! So ein deutscher Journalist. Dies ist nicht weiter verwunderlich – es ist Kerngeschäft ! So ich.
  • Die Corona-Pandemie koste sehr viel Geld, so ein deutscher Politiker. Man müsse Haushalte nach Sparmöglichkeiten durchsuchen, vor allem bei den Projekten zu Frauenrechten und dem Umweltschutz. Reisst diesem Arsch die Zunge raus, Hirn geht nicht, da nicht vorhanden – So ich.
  • Amerikanische Bäume sind explosiver als finnische. So der von Gott Gesandte. Tragisch ist, dass die Evangelikalen der USA Herrn Trump als Segen empfinden, nicht als Strafe !
  • Trump zieht einen Erlass in Erwägung, der verbietet, am 3. November Biden zu wählen. Dann haben die US-Bürger die vereinfachte Version einer Wahl: Zwischen Trump !
  • Ohne Trumps Zurückhaltung hätte sein Ex-Sicherheitsberater John Bolton den 5. Weltkrieg angefangen, erläutert der US-Präsident. Über den Verbleib des 3. und 4. Weltkriegs wusste er nichts zu berichten.
  • Der Auserwählte strebt nun eine dritte Amtsperiode an. Ob er die zweite meinte und sich beim Zählen verirrte, ist nicht belegt. Hier eine Hilfe für ihn; wir zählen immer 1- 2 – 3 ! Immer !
  • Der US-Präse hat endlich herausgefunden, weshalb im Agrarstaat Kalifornien das Wasser knapp wurde. Er erklärt uns dies so: Im Norden des Staats Cal steht eine grosse, leistungsstarke Pumpe, die alles Süsswasser absaugt und in den Pazifik leitet, wo es bis nach China reicht. Das hätten Umweltschützer zu verantworten, die sich auf diese Weise um einen kleinen, unnützen Fisch bemühen.
  • Im übrigen sei es übel, dass in den Wäldern der USA so viel Laub herumliege, also so viel Nahrung für Feuer. Er liess offen, wer die Landschaft sauberfegen müsste.
  • Herr Trump räsonierte, dass man beim Verlieren der Wahl von ihm nichts mehr hören würde, und dass man ihn dann nicht mehr zu sehen bekäme. Welch eine Strafe für die Welt !

(Alle Trump betreffenden Zitate sind Interviews des Senders FOX mit dem US-Präsidenten entnommen, also authentisch. In einem Fall war der Präse so zugedröhnt, dass er seinen Namen nicht mehr sagen konnte.)

Man kann den Zustand in der Weltpolitik nur noch „absurd“ nennen. Die Amerikaner versuchen, mit einem dementen Trump an der Spitze die ganze Welt zu vögeln – und alle Huren halten ihren blanken Hintern in die Sonne! Und unser Nachbar Polen wartet in der ersten Reihe!

Ich habe nun zur Festigung meiner seelischen Verfasssung mit dem Training zu einer neuen sportlichen Disziplin begonnen – ich nenne sie nicht „lätzen“, sondern „kocheln“. Man tut allerdings beides gleichzeitig, und dies ohne Alkohol!

Für die Christen werfe ich noch einen Blick in die Offenbarung des Johannes, auf den Hinweis zu den apokalyptischen Reitern:

Der Reiter mit Pfeil und Bogen für Machtmissbrauch der Obrigkeit
Der Reiter mit Schwert für Krieg
Der Reiter mit Waage für Teuerung und Hungersnot
Der Reiter für Tod und Pest

Sie helfen, indem sie für eine Nacht ohne Morgen sorgen. Lies nach, und Du wirst es bemerken: Sie sind unterwegs! Das kann nicht bestritten werden.

Oder sind es nur Nachahmer? Wichtigtuer? Billy Graham’s Jünger in geistiger Umnachtung? Kardinal Ratzingers Garde aus dem Kreis seiner Exorzisten? Igitt !
666 !

About

Uns Deutschen unterstellt ein Klischée, wir seien stets sehr sachlich bis an die Grenze der Humorlosigkeit. Und in der Tat ist es unsere Art, sachlich zu bleiben, und ohne Umschweife, also ohne blumige Verwendung der Sprache auf den Punkt zu kommen – die Kuh muss vom Eis, und zwar so schnell wie möglich. Sprachliche Eleganz und Formulierung auf literarischem Niveau sind hinderlich und absolut störend beim Bruch eines Wasserrohrs im Keller.

Anders sieht man das anderswo. Beispiele dafür sind die Schweiz und die USA. Dort repariert man einen Wasserrorhrbruch auch schnell und sachgemäss, und dies bei hoher Sprachkultur.

Nun ist mir eine nette Metapher eingefallen, die das hier Festgestellte untermalt. Verwenden wir Wilhelm Tell, der im Kanton Uri einen Apfel vom Kopf eines Kinds schiessen sollte, um seinen Hals zu retten. Wäre Tell als Deutscher in seiner Sage verewigt, dann hätte er zweifelsfrei seine Armbrust genommen und gespannt, den Bolzen eingelegt, und hätte ohne Umschweife auf den Apfel geschossen.

Als Amerikaner wäre die Geschichte anders verlaufen. Tell hätte Hunderte von Bolzen abgefeuert, um festzustellen, wo der Apfel n i c h t liegt, und nachdem er so um 3 Quadratmeter getestet hat, wäre eine winzige Lücke übrig geblieben, wo der Apfel liegen m u s s . Dort wäre sein letzter Bolzen eingeschlagen und hätte die Frucht erledigt.

Was erkennt das geübte Auge aus dieser Betrachtung?
Die kultivierte Nation sucht mit äusserster Sorgfalt nach dem kritischen Punkt, um nichts ausschliessen zu müssen. Im Vergleich dazu würde der brutale Deutsche das Obst einfach humorlos erledigen und aufessen, noch bevor der Kultivierte den Ort Altdorf im Kanton Uri erreicht hat.

Korrektur:
Sind wir Deutsche nun ein Wunder an Effektivität und Effizienz?
Ich lausche in mich hinein: Brüllendes Gelächter!

PENG !!!

Es hat nun doch einige Wochen gekostet; man hatte mich zu einer Reparatur in eine Werkstatt gebracht. Dann kam ich zurück und stellte fest, dass mir die Lust am Schreiben abhanden gekommen ist. Allerdings bin ich zäh wie Juchten-Leder. Diese Messe ist noch nicht gesungen, und ich werde schauen, was noch geht.

Nun, längeres Nachdenken ergab, dass noch vieles geht. So ist zum Beispiel Herr Trump eine unerschöpfliche Quelle der gepflegten Unterhaltung. Du kennst doch Herrn Trump, diese Figur mit braun geschminktem Gesicht und einem Wüstenfuchs auf dem Kopf?
Diesem honorablen Gentleman hat irgendein Hirnloser etwas von der möglichen Selbstentzündung von Bäumen in Australien erzählt, und Herr Trump erkannte umgehend, dass Bäume explodieren können und die Stadt Wien, in Austria gelegen,
unter explodierenden Bäumen zu leiden hätte. Das musste sofort getwittert werden! Wien ist eines der vielen Walddörfer, die Herr Trump in Austria vermutet, wo – wie er zuverlässig weiss – unentwegt Bäume explodieren. Nebenbei bemerkt: Man hätte Herrn Trump darüber aufklären sollen, dass es einen Unterschied zwischen Australia und Austria gibt, dass Österreich nicht 7 km oestlich von Neapel liegt, und Nepal nicht gemeint war, das er in der Nähe von Dortmund vermutet.

Man möge mir meinen Ausflug in die prä-kolumbianische Geographie Herrn Trumps verzeihen – sie ist sooo historisch!

Die Nacht

Wie eine schwarze Wolke
fällt die Nacht über die Stadt,
als wollte sie alles Leben auslöschen.
Das Bild verändert sich;
Strassen und Fassaden werden dunkel,
und gründen schattengleich
ein Bild ihres dunklen Reichs.
Sie offenbaren nun ihr zweites Gesicht.
Doch Menschen beherrschen das Licht,
und nehmen der Nacht ihren Schrecken.
Für sie sind es Stunden der Musse,
Stunden des Geniessens,
und Stunden der Ruhe.
Der Mensch, die Stadt und die Nacht
schwingen im Rausch der Stille
einem neuen Tag entgegen,
wenn das Feuer der Sonne dazu zwingt,
zu leben, was der Tag gebietet,
Sklave der Welt und seines Ichs zu sein
und dem Schicksal zu folgen.