Shame on you, old man!

Während ich vor meiner Tastatur sitze, und Buchstabentasten drücke in der Hoffnung, dass sich Wort, Satz und Sinn bilden, läuft nebenan, so um 150 cm entfernt, eine TV-Serie mit dem Titel „The oath“, also „Der Eid“.

Keine Sorge, ich werde ich zu diesem Schinken nicht weiter äussern. Es war eine Szene, die mich zum Nachdenken bewegte:

Eine krebskranke Frau, ein hoffnungsloser Fall, wird erschossen.

Gedanke 1: Hurra, der Krebs hat nicht gewonnen!
Gedanke 2: Ein schneller Tod ist ein Glücksfall.
Gedanke 3: Eine negative Handlung bringt ein positives Ergebnis.
Gedanke 4: Dann funktioniert auch der umgekehrte Fall.

Die Sache hat einen Haken. Irgendwo. Diese Betrachtung ist sehr schlicht, beinahe idealisiert. Aha, Objektivität schlägt Subjektivität. Hier: Aber keiner hat die Krebskranke gefragt, wie sie es haben möchte.

Gedanke 5: Billig, aber korrekt.
Gedanke 6: Ein Killer als Schicksal. Genauso billig.
Gedanke 7: Was steckt hinter dieser Denkweise?
Gedanke 8: Ich vermute „wertende Emotionen“.
Gedanke 9: Das ist jetzt aber hässlich!
Gedanke 10: Missbrauchsgefahr!

„Hallo Mary! Sag an: Möchtest Du jetzt von mir erschossen werden? Das geht schnell, tut nicht so weh wie Dein Krebs, Du wirst nichts spüren!“

Garstig, nicht wahr? Rückzug!