Wir erinnern uns

Der Chilene Salvador Allende hatte von 1970 bis 1973 das Amt des Staatspräsidenten inne. Er versuchte, auf demokratischem Weg eine sozialistische Gesellschaft zu etablieren. Die Idee war gut, sein Plan war schlecht. Unbedacht und voller Idealismus veränderte er das Land in einer Weise, die in eine schwere Wirtschaftskrise führte. Der CIA benutzte auf subversive Weise die Defizite, um Chile zu destabilisieren, indem sie an der Organisation eines Putsches der Militärs mitarbeitete. Es galt, amerikanische Unternehmen, die an der Ausbeutung Chiles Geld verdienten, zu verteidigen. Ranghöchster Rädelsführer war Henry Kissinger, den man mit dem Friedensnobelpreis auszeichnete. Allende hat sich nach der Machtübernahme durch die Militärs selbst erschossen. Und ein General Augusto Pinochet übernahm als USA-höriger Diktator die Regierungsgeschäfte. Sein Regime, das von Terror und Gewalt lebte, kostete in 17 Jahren ca. 4.000 Regimegegnern das Leben.

Warum erzähle ich diese alte Geschichte? Ist doch längst vorbei! Ist doch aufgewärmter kalter Kaffee! Immer diese Scheißsozialisten! Können keine Ruhe geben!

Nun, die Menschheit ist heute noch immer genau so weit von einem humanistischen Gesellschaftsideal entfernt wie vor 40 Jahren. Deshalb wiederholt sich die Geschichte beständig.

Da sind die Chinesen mit den Uiguren, die Isrealis mit den Palästinensern, die Türken mit den Kurden, die USA mit der halben Welt, ja, auch die Briten mit den Europäern und die Polen mit den Deutschen – scheinbar gibt es überall das gleiche Problem –

das kurioserweise von Politikern gelöst werden müsste, die selbst Problem sind.

Man darf sich fragen, was dabei herauskommen soll. Nun, die Antwort offenbart kein Geheimnis: Probleme. Andere. Zusätzliche. Wird noch interessant.