Drüber gestolpert, und aufgepickt

„Die zeitgenössische Geschichte bietet ein Modell dafür, die italienische Vergangenheit zu begreifen: es gibt heute ein europäisches Kulturbewusstsein, und es gibt eine Reihe von Äußerungen von Intellektuellen und Politikern, welche die Notwendigkeit einer europäischen Union behaupten: man kann auch sagen, dass der historische Prozess zu dieser Union hinstrebt und es viele materielle Kräfte gibt, die sich nur in dieser Union werden entfalten können: wenn es in x Jahren diese Union geben wird, wird das Wort ‚Nationalismus‘ die gleiche archäologische Bedeutung haben wie das Wort ‚Munizipalismus‘.“

Dies schrieb Gramsci im Jahr 1930 in eines seiner Gefängnishefte; er war von den Faschisten über mehrere Jahre seines kurzen Lebens inhaftiert.

Für uns, die Menschen des 21. Jahrhunderts hatte er gar eine Weissagung in petto:

„Die alte Welt stirbt, und die neue Welt kämpft darum, geboren zu werden: Jetzt ist die Zeit der Monster.“

In der Tat, jetzt ist die Zeit der Monster!

Antonio Gramsci, marxistischer Philisoph, 1891 bis 1937