Es lebt sich so vor sich hin

Es ist jetzt halb zehn. Ich schaue kurz bei WP rein und konstatiere „scheintot“.
Alle Zähler für Traffic stehen auf Null. „Nullen für die Null“, das passt. Aber es ist nicht gut. Auch nicht schlecht. Es ist mir gleichgültig. Ich bin dabei, mich zu emanzipieren. Das bedeutet hier, mich frei zu machen von Abhängigkeiten. So habe ich nun die Funktionen des Following und des Likens abgeschaltet. Nun sieht meine Website schön aufgeräumt aus. Ich mag das.

Aufgeräumt? Das gilt nicht für mein kleines Büro, das mein Lebensmittelpunkt ist. Der Zustand des Fussbodens (Laminat) mit seinen süssen Flecken (Limonat) und sonstigem Schmutz gibt preis, dass hier der Bär tobt. Meine Füsse passen in keinen Pantoffel, so trage ich dort Wollsocken, und mit diesen Ungetümen gehe ich durch das Haus, sammle Schmutzpartikel auf und lade sie in meiner kleinen Bude ab. Ich bezweifle, dass das einen Sinn hat. Offenbar gehört irrationales Handeln zu meinen Stärken. Rational wäre, genau jetzt den Staubsauger zu holen.

Weil ich gerade beim Dreck bin: Die Briten beginnen zu merken! Ein unglaublicher Vorgang! Sie stellen fest, welche Nutzen der EU-Mitgliedschaft ihnen nun verloren gehen. Bis dato hatten sie diese Nutzen als Selbstverständlichkeit weggebucht und nicht mehr beachtet, und die Pflichten bejammert. Nun mehren sich die Stimmen, die darauf hoffen, dass ihnen die EU noch einen Rettungsring zuwirft. Aber Brüssel ist wohl zu Recht darauf aus, die Briten ihre schmerzenden Fehler auskosten zu lassen – so lernen sie am besten. (Wenn überhaupt, was bezweifelt werden darf)

Der Gedanke an schmerzhafte Fehler führt mich direkt zu meinem heutigen Frühstück. Die Brötchen muss ich als solche bezeichnen. Genauer: Der Bäcker macht Fehler, und mich schmerzt sein Produkt. Ich ringe mit einer Formulierung. Die Semmeln sind innen…..die Konsistenz ist einfach nicht wahrnehmbar, bis man die Menge im Mund aus 4 bis 5 Bissen zusammengebracht hat, dann bildet sich in Verbindung mit dem Speichel ein unverdaulicher Kloss. Den drückt man breit, teilt ihn in Stücke, und schluckt Stück für Stück runter. Was der Verdauungsapparat damit macht, ist noch nicht erforscht. Das Äussere, auch Kruste genannt, hat die Farbe „hellschwarz“ angenommen. Man beisst rein, und sofort baut sich vor dem geistigen Auge das Bild eines Stubenbesens auf. Prinzip ist beim Zubeissen: Ein Drittel im Mund, ein Drittel auf dem Teller, ein Drittel gekrümelt auf dem Fussboden. Tröstlich ist, dass es bei der Semmel kein viertes Drittel gibt. Ich wüsste nicht, wohin damit.

Was ist das für ein Sch ….. tag, der so zu laufen beginnt?