Alltag

Es ist immer noch heute. Mittlerweile zeigt meine Uhr 13 Uhr 30, und es haben sich doch 2 Besucher im Netz verirrt und sind in meinem Blog notgelandet. Aufgeschlagen sind sie bei meinerm Haiku zum „Sport“, eines der schlechten, das dort nur steht, weil ich nicht auf Klasse, sondern auf Masse abhebe. Ja, ich stehe dazu, ein Fiesling zu sein und hinterhältig genug, mit subtilen Mitteln zu haten, statt richtig ordinär zu werden.

Vielleicht ist es aufgefallen, dass ich niederschreibe, was so und wie es aus mir herausquillt. Ich kann es nicht anders, weil ich nichts Besseres zur Verfügung habe. Lediglich gebietet mir meine altruistische Grundhaltung, mich kurz zu fassen – eine besondere Herausforderung. Neulich ist mir eine 5-seitige wissenschaftliche Abhandlung auf dem Monitor erschienen. Ich bin vor Schreck in die Küche geflüchtet und habe dort zur Beruhigung einen Reparatur-Seidel geleert, das ist ein grosses Bier.

Mag sein, ich habe nichts Besseres, aber was ich habe, kann gut sein. Gut ist, dass ich mit dem Staubsauger unterwegs war. Es ist einer der letzten mit 2.000 Watt Leistung, der saugt auch ein Schnitzel ein, wenn er nichts Besseres findet. Jedenfalls sind die Fussböden in Bad und Büro wieder fusselfrei. Leider bin ich selbst auch fuselfrei, weil meine Scotch-Flasche leer ist. Das nebenbei.

Der Glanz in meiner Hütte hat mich dazu angeregt, endlich das Shirt zu wechseln. Das Leibchen kriegte gestern noch eine Ladung Rhabarbergrütze mit Vanillesosse ab, und das Kesselgulasch nebenan war noch immer nicht verblasst – es musste sein. Ich habe ausgeschaut wie eine Muttersau nach dem Abferkeln.

Staub saugen ist nicht so mein Ding. Ich rede nicht davon, wie es mir danach geht. Aber hinschreiben kann ich, wie es einer meiner Nachbarn nach Gartenarbeit so charmant formulierte: „Oh, wat dait mi dat Krüz so weih!“