Angebot de Tages: Bunt bemaltes Windei

Zwischen den Wolkenkratzern des Wirtschaftswunders bläst ein warmer und staubiger Wind, der nach Aas, Geschlecht und Kloake riecht.“

Giovanni Guareschi, Genosse Peppone zu Don Camillo.

Ja, der Wind. Was ist das wohl? Wenn ich so darüber nachdenke, werde ich ganz kleinlaut. Über den Wind weiss ich fast nichts. Er ist eine alltägliche Erscheinung. Er ist real. Man kann ihn nicht sehen, nicht hören, nicht riechen – immerhin kann man ihn fühlen. Was also ist Wind? Und stelle diese Frage n i e einem Klimatologen! Es könnte geschehen, dass er mit seinem fachkundigen Vortrag fertig ist, und Du bist 89 Jahre alt. Aber voll informiert.

Wind ist eine Luftbewegung. Nochmal: Luft bewegt sich! Wieso eigentlich? Klar. Luft ist kein Nichts, sondern ein Gas. Sie besteht aus Teilchen, die bewegt werden können. Also kann man Luft bewegen. Oder sie bewegt sich selbst – und jetzt passiert’s – wenn ein Hochdruck- und ein Tiefdruckgebiet aufeinander treffen, und die Druckverhältnisse sich einem Naturgesetz folgend angleichen wollen. Dann entsteht der Wind. Was ich noch erinnere: Je grösser der Unterschied des Luftdrucks zwische Hoch und Tief, desto stärker wird der Wind.

Bevor ich es vergess zu sagen: Alles, was wir bei Wind sehen und riechen, sind nur seine Begleiter, Fest- und Flüssigstoffe. Und was wir hören sind Objekte, die dem Wind widerstehen – der Blockflöten-Effekt.

Lassen wir Jules Verne’s Kapitän Nemo das letzte Wort zum meiner kurzen Betrachtung des Winds:

Das Meer bedeckt sieben Zehntel der Erdoberfläche, und der Seewind ist rein und gesund. In dieser unermeßlichen Einöde ist der Mensch doch nie allein; denn er fühlt das Leben um ihn herum; ein übernatürliches wundervolles Dasein rührt sich darin; es ist nur Bewegung und Liebe.“