Aus dem Butterfass

Weisst Du, wie man Butter herstellt?
Das ist ziemlich einfach, und doch schwierig.
Schwierig ist, sich Rohmilch zu besorgen. Nicht jeder hat eine Kuh im Haus, und die Milchbauern hängen am Tropf der Molkereien. Allerdings kann man fette Fabrikmilch verwenden, wenn sie nicht homogenisiert ist.

Einfach ist: Man gibt die Milch in ein Einweckglas, verschliesst dieses mit Gummiring und Deckel, und schüttelt die Milch, bis sie ausflockt. Dabei trennen sich Butter und Buttermilch. Die Buttermilch giesst man ab und schüttelt weiter, bis keine mehr entsteht. Fertig ist richtige Butter.

Selig sind die Schweizer. Sie können ihre echte (Bio-) Butter bei irgendeinem Alm-Öhi kaufen, der das Produkt wie vor 100 Jahren im Butterfass gepümpelt hat.

Nun, die so gewonnene Butter nenne ich „gute Butter“.
Die aus der Fabrik nenne ich anders. Sie heisst „Schweinkram“. Anscheinend spaltet man die Rohmilch auf in ihre einzelnen Bestandteile, und fügt sie – bei Butter mit reichlich Wasser – kostenbewusst zu einer Kunstbutter zusammen. Das Honorar für den Aroma-Techniker spart man sich, weshalb die Kunstbutter nicht wie Butter schmeckt.
Allerdings könnte es auch sein, dass die Aroma-Techniker nicht wissen, wie echte Butter schmeckt, und deshalb mit ihrer Pipette daneben greifen.

Nebenbei: Setze statt Butter den Begriff „Milch“ ein. Passt! Der gleiche Mist! Vom Analogkäse will ich erst garnicht anfangen.

Ich bin ein Bayer aus der Pfalz und darum im Umgang mit deftiger Sprache geübt. Darum sage ich es unverblümt:
Ich bin extrem angefressen, weil man mir schamlos für gutes Geld Dreck andreht.
(Schon gut, wir leben ja in einem freien Land, und ich muss den Dreck nicht kaufen.)