Was sagt uns dieses Bild?

Auf den ersten Blick – Pfusch in der Gemengekammer. Dort hat man möglicherweise beim Zusammenstellen der Rohstoffmischung zu viel Fliessmittel wie Pottasche und/oder Soda eingewogen, oder zu wenig Kalk, den Stabilisator. Das Ergebnis: Du musst Dein Bier wie aus einer Wollsocke trinken.

Das Glas kann man nicht einfach zum Mund heben und trinken. Unter bestimmten Bedingungen bauen sich im gefüllten Glas seltsame Druckverhältnisse auf, und beim Trinken wird man ein wenig nass. Stiefeltrinker kennen das.

Der Humpen ist kaputt und kann in die Mülltonne.

Der Humpen sieht kaputt aus, ist aber originell und muss in Gebrauch genommen werden. Gäste haben Spass damit, zumindest bis wegen des Drucks mehr Bier kommt, als die Kehle verarbeiten kann. Dann hat der Gastwirt sein Vergnügen.

Es ist das Bier, das Freude macht, nicht das Glas. Zur Not trinken wir unser Bier auch aus einem Blecheimer.

Aus der Dose trinken ist auch cool.

Wenn man den Knick im Glas auf 2000°C erwärmt, kann man das Geschirr gerade ziehen. (Vorsicht! Tropfen sind sehr warm)

Wer schauen kann, findet auch im Unvollkommenen Ästhetik.

Diese krumme Mass spricht, indem sie die innere Stimme des Menschen stimuliert. Meine innere ruft momentan geradezu nach einer Grillhaxe!

Konservative Biertrinker nennen das krumme Ding eine Missgeburt. Der Fortschrittliche fragt sofort danach, wieviele Krumme man pro Tag herstellen kann, da er stets den chinesischen Markt im Fokus hat.

Der Humpen ist auch für Linkshänder geeignet.

Nicht trinken mit Griff nach oben oder nach unten!

Das Glas verträgt auch chinesisches Bier, etwa Tsing Tao Reisbier.

Aber Vorsicht mit amerikanischem Bier. Glas dunkelt nach und wird porös! Unbedingt mit Wasser verdünnen!

Exkurs:


Die im Bild gezeigte Füllung entspricht übrigens dem Müchner Flüssigkeitsbegriff „Wiesn-Liter“, der beim Oktoberfest im September nicht unter 10 Oiro zu haben ist. Die Absenkung des Flüssigkeitsniveaus in gezeigter Weise ist eine Massnahme zur Volksgesundheit. Der Biertrinker kann geltend machen, er hätte 10 Mass, das wären nominal 10 Liter Wiesnbier getrunken, die er dann auch mit 100 Oiro bezahlt, de facto waren es jedoch nur 5 Liter Bier und so viel Schaum, dass ihm dieser schliesslich aus allen Körperöffnungen hinausrinnt.

Der Autor hat diese Methode im Münchner Hofbrauhaus, dortselbst in der Schwemme reklamiert und deshalb lebenslanges Hausverbot. Ein Beispiel für das deutsche Reinheitsgebot in der Brauwirtschaft. Die Mass (der Humpen) ist unantastbar.


Exkurs Ende.

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