Verlust am Morgen

Noch schläft die Welt.
Nur die Sonne beginnt,
einen neuen Tag zu zeichnen.
Es wird ein Bild wie für jeden Tag,
wie eine Kopie der alten Art
aus der Truhe des ewigen Sommers.

Ich erwache, vielleicht
ein wenig, um Leben zu spüren.
Versuche, Gedanken zu entwirren
scheitern an der Vielfalt
und am chaotischen Zustand
meiner verwirrten Sinne.

Ich weiss, ich weiss,
Gutes braucht seine Zeit
und ich brauche Struktur,
um mich zu fangen,
zu zähmen und zu beginnen,
als Mensch zu leben.

Wie stets gelingt es mir irgendwann,
das Chaos zu besänftigen
und einem klaren Gedanken
Raum für Entwicklung zu verschaffen.
Er wächst, steigt hoch und höher –
und verschwindet im endlosen Nichts.