Teigaffe schlägt Leichenbrühe

Rotwälſch, als ſprache der gauner und bettler: es ist freilich ſolch rottwelſch ſprache von den jüden kommen, denn viel ebreischer wort darinnen sind, wie denn wohl merken werden, die ſich auf ebreiſch verſtehen.

Martin Luther, 1528

Ja, der alte Antisemit Luther hatte recht. Die Gaunersprache basiert tatsächlich auf dem Jiddisch. Es gibt sie in vielen Sprachvarianten, aber sie haben alle nur einen Zweck: Gauner können kommunizieren, ohne dass man, und insbesondere die Obrigkeit den Gesprächsinhalt verstehen könnte. Hier ein Beispiel:

Am verholchten Schai isch mir de Laschischmadori muli tschant!
(Gestern ist mir die Kaffeemaschine kaputt gegangen.)

Im übrigen lautet der Titel dieses Beitrags in Hochdeutsch „Der Bäcker schlägt Sahne.)

Die folgende kleine Textpassage zeigt anschaulich, wie sehr das Rotwelsche auch heute noch die Umgangssprache der Deutschen anreichert.

„Wenn ein kesser oder fieser Macker in die Kneipe latscht, dort über die Saure-Gurken-Zeit quasselt und sich über seine Maloche beklagt. Wenn er dann noch einen Bullen um Moos anhaut, der ganz ausgebufft gerade seinen Kiez abgrast und ganz im Eimer ist, weil er einen Bock auf Fusel hat, ist der Feez vorbei. Es fetzt natürlich, wenn man … den Pauker in der Penne verkohlt oder im Kittchen pooft.“

Wir benutzen viele hunderte Begriffe aus dem Rotwelschen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die Gaunersprache selbst ist so tot wie das Altgriechisch in den USA.

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2 Antworten auf “Teigaffe schlägt Leichenbrühe”

    1. Kein Hochdeutsch? Doch, das gibt es. Man spricht vom Standardhochdeutsch, bairisch „die Schreibe“! Ist das genormte Deutsch, wie man es im Duden präsentiert. Davon abgesehen ist mein Bildungsniveau so dürftig, dass ich mich in den Sprachwissenschaften so gut auskenne wie in der Gedankenwelt der Spanischen Wegschnecke.

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