Ministerielle Poetik

Ich habe wieder einmal einen Grund, mit mir unzufrieden zu sein. Eine meiner grossen Schwächen ist, dass ich nicht „nein“ sagen kann. Anders gesagt: Ich lasse mich verführen.
Man bietet mir an – ich greife intuitiv zu. Diese Schwäche hat mich heute wieder einen halben Tag gekostet, und ich werde weitere Stunden investieren müssen, um das Werk zu Ende zu bringen.

Was ist’s, das mich so mitnimmt? Es fällt mir nicht leicht, es auszusprechen oder gar es niederzuschreiben. Doch es drängt mich, ehrlich zu sein. Ich gestehe, dass ich

der Poesie einer Einkommenssteuer

erlegen bin. Die Sprache von Fiskus Rex bietet dem Kenner ein bewußtes Kunstwerk, welches unmittelbar mit den individuellen Zügen der dichtenden Einzelpersönlichkeit verbunden bleibt. So vermittelt die Poesie hauptsächlich auf bildhafte Weise mythische Glaubensinhalte. Es ist die Mystik, die die Arbeit des Poeten mit Zahlen und Fakten so sehr erschwert. Das Arbeiten mit den Schriftrollen von Qumran scheint einfacher von der Hand zu gehen als die fiskalische Handschrift. Dagegen kann man den unvermeidlichen Umgang mit bedrucktem Papyrus und dessen wohlwollende Interpretation als orgiastisch empfinden; er verströmt eine nahezu frivole Aura, die einer ungeputzten Autobahn-Toilette.

Ich hasse diesen ganzen Scheiss !