Fehlversuch

Ich mag den Schlaf, ich mag die Nacht.
Ein neuer Tag! Ich bin erwacht,
schon droht des Tages Einerlei,
und mit dem Träumen ist’s vorbei.
Ich will zurück in meinen Traum,
und klage, doch man hört es kaum.
Das wahre Leben fordert mich …..

It’s rubbish! Es ist einfach Stuss! Hier schreibt kein Poet. Nein, es ist ein Pfuscher. A botcher. Es ist …… gut, ich versuche es mit einer vergleichenden Betrachtung. Man gebe mir eine Handvoll Plastilin mit der Aufgabe, eine Rose zu kneten. Ich vertiefe mich in den Job, vergesse Raum und Zeit und knete wie der Teufel. Am Ende des dritten Tags präsentiere ich meine Rose. Die Allgemeinheit begutachtet das Werk, um danach festzustellen: Sieht ein bisschen aus wie eine Kloschüssel!

Und nun, sofern Du mutig bist, lies diesen meinen Vers noch einmal. Spürst Du wie der holpert? Der ist so holperig wie ein Ochsenkarren aus den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und schon fällt mir ein Witz aus meiner Kindheit ein, der älter ist als 70 Jahre, also beinahe fossil!

Tünnes und Schäl, Kölner Originale stehen auf einer Rheinbrücke. Tünnes schlägt vor, ein wenig zu dichten, und formuliert: Ich stehe auf des Rheines Brücke, weit schweifen meine Blicke! Schäl ist nicht beeindruckt und sagt: Ich stehe auf des Rheines Brücke, und stecke mir einen Gummiknüppel hinten rein. Tünnes merkt an: Das reimt sich jetzt aber nicht. Und Schäl erklärt: Aber es dichtet!

Merke: Poesie schreiben ist kein Hantieren mit Wörtern. Poeten haben eine besondere Sprache zur Hand, sie ist wie eine Fremdsprache zu sehen. Wer nicht sprachbegabt ist, kann sich abmühen wie ein Sklave – was er schreibt, rumpelt und eiert.

Was wir verhinderten Poeten allerdings hervorragend können: Die Bedienungsanleitung für Waschmaschinen schreiben. Leider sind diese Jobs wieder an Falsche vergeben, an die Ingenieure. Die schreiben wieder nicht gut genug für den Bedarf der Hausfrauen und -männer. Die Poesie der Techniker ist schon sehr, sehr speziell.

In der Gobi

Wenn Ihr unterwegs seid,
die Wüste zu erkunden
Du und Dein Kamel,:
Bedenke, z w e i Kamele
sind noch keine Karawane!

Mike Batt: „Caravan on the move“

Nachgedacht beim Bier

Reich wird man erst durch Dinge,
die man nicht begehrt,


sagte Mahatma Mohandas Karamchand Gandhi. (Mahatma Gandhi = Gandhi mit grosser Seele)

Ich begehre keinen Pfefferminztee.
Und? Keine Spur von Reichtum!
Also habe ich es mit Vollkornbrot probiert.
Nichts!
Wie soll das gehen,
wenn ich Reichtum nicht begehre?
Der Logik folgend werde ich nun reich?
Ich habe wohl etwas nicht verstanden.

Für Herrn Gandhi war Reichtum nicht
identisch mit materiellen Werten.
Vielleicht geht es ihm um den
Reichtum einer reinen Seele?

Ich weine nun ein wenig in mein Bierglas.

Sehnsucht

Der Mond und die Siebensterne
sind unter; um Mitternacht ist’s.
Vorüber ist nun das Stündlein
und ich bin allein gelagert.

Sappho, 6, Jhrh. v. Chr.

Gescheit? Nein, gescheitert!

Was nützt es, wenn man über sein Leben nachdenkt, und dabei der Versuchung nicht widerstehen kann, ein wenig tiefer zu graben, als man das normalerweise tut, wenn man überhaupt willens und in der Lage ist, dort zu graben, wo man Nuggets, oder auch nur rostige Nägel findet?

Im Laufe eines langen Lebens hat man eine Vielzahl von Ereignissen erlebt, die man als positiv oder als negativ bewertet und im Gedächtnisspeicher archiviert hat. Nehmen wir uns heute ein Erlebnis aus der Kindheit vor, das als positiv gilt. Vergessen, oder verdrängen wir es, so verbuchen wir einen Verlust. Wenn wir negative Situationen vergessen oder verdrängen, so sieht es nach einem Gewinn aus.

Nun analysieren wir unser ganzes Leben und trennen dabei Positives und Negatives. Vielleicht kommen wir dann zu einem Ergebnis, ein gutes Leben geführt zu haben? Das wäre dann ein Riesengewinn! Dies nicht zu bemerken wäre ein Riesenverlust.

Zu dieser Erkenntnis stehe ich. Aber das hier benutzte Denkschema ist zu primitiv, um das Thema weiterzuspinnen. Nein, es ist unbrauchbar. >Schon beim summarischen Negativum ist das Eis zu dünn.

Bleibt anzumerken, dass bei der eingangs angestellten Betrachtung alle Werturteile subjektiv sind. Das ist so auch richtig; wenn ein Mensch mit seinem Leben zufrieden ist, haben wir einen Idealfall vorliegen. Die Bewertung durch andere ist verzichtbar.

Aber was, wenn der selbstzufriedene Mensch ein schlimmer Finger ist? Ein subjektives Ideal und zugleich eine objektive Katastrophe? Hier droht schon wieder Unheil. Nichts wie weg, bevor das Gedankengebäude ganz zusammenkracht!

Sitzen geblieben! 6!

Man stelle sich vor, um das Jahr 1600 gelebt zu haben. Der technische wie der soziale Wandel vollzog sich in kleinen Schritten und in langsamem Tempo. Die Menschen jeden Alters waren in der Lage, diese Schritte mitzugehen, sie zumindest zu verstehen.

Nun leben zur Zeit Menschen mit dem Geburtsjahr 1935, oder sagen wir, sie wurden Mitte des letzten Jahrhunderts geboren. Sie mussten mit ansehen, wie die Fortschrittskurve extrem steil anstieg. Die Welt, so auch ihre eigene kleine Welt veränderte sich in rasantem Tempo – während sie alt und älter wurden, und demzufolge irgendwann ihre Leistungsfähigkeit maximal für das 17. Jahrhundert geeignet war, aber nicht für das 20. Jahrhundert. Die Alten bleiben irgendwann auf der Strecke, sie können nicht mehr folgen.

Dies bedeutet, man lebt festgefahren auf dem Status quo. Die Bemühung, der Entwicklung nach oben zu folgen, werden eingestellt, und man pflegt den Status quo, so gut es geht.

Gesellschaftlich lebt man als alter Mensch mit dem Etikett, ein alter Trottel zu sein. Selbst wenn dieses Prädikat zutrifft, fühlt man sich beleidigt und unter Wert gehandelt. In diesem unglücklichen Zustand verharrt man, bis sich eine Gelegenheit zum Zurückschlagen ergibt: „Ich habe allmählich die Schnauze voll vom Online banking! Die haben wohl einen alten C64 als Server installiert, und ich brauche eine halbe Stunde, um eine Überweisung abzusetzen!“
Dann schaut man erwartungsvoll in die Runde, nur um festzustellen, dass das Jungvolk weder weiss, was ein C64 ist, noch wie Online banking geht, weil sie eh nicht genug Kohle haben, damit sich die Online-Verwaltung lohnen würde. Und wenn doch: Der Alte hats doch drauf! Und der holt sich rasch eine Dose Bier aus der Küche, zieht sie auf und trinkt sie genüsslich in einem Zug leer, auch wenns weh tut. Dann lehnt er sich zurück, grinst still in sich hinein. Und einer der Jungspunde wird sich erheben und fragen, ob er noch ein Bier besorgen soll.

Wie? Ja, das ist eine Fiktion. Was ich damit sagen will? Merke: Wo immer Du in der Lernkurve hängen geblieben bist – achte auf Deinen Status quo! Du hast zwar nichts Besseres, aber er ist es wert, geschätzt zu werden. Du hast die meiste Zeit Deines Lebens daran gearbeitet!

Neues aus den USA – 9 –

Eigentlich wollte ich mit dieser Serie Schluss machen. Aber das Thema ist so verdammt ergiebig, und ich lasse mich zu gerne verführen – erst Trump, dann Schoko-Eis mit Eierlikör …..

Man glaubt, man dürfe amüsiert sein, wenn der US-Präsident sich in die Hose scheisst und in einem Bunker verschwindet, um abzuwarten, bis die nun laufende Revolte den Weg alles Irdischen gegangen ist. So wartet man gespannt, wann er wieder ans Tageslicht kommt.

Man findet auch lustig, dass er in Pearl Harbor die Wracks der US-Schiffe besichtigte und fragte, was zum Teufel hier geschehen sei. Er wusste einfach nichts vom japanischen Überfall auf die US-Flotte im Jahr 1941.

Man grinst süffisant, wenn man kolportiert, der US-Präse könne weder richtig lesen noch richtig schreiben, sei ein totaler Schulversager gewesen, und die mit Diplomen geschmückte Kulisse sei von seinem Papa zusammengekauft worden.

Aber ist es auch lustig, wenn man erkannt hat, dass alle wichtigen Tweets von Ghostwritern geschrieben werden, die unter Trumps Namen Lügen verbreiten, und dass der Präse selbst nicht verstehen kann, was ihm untergeschoben wird?

Ist es spassig, dass die Dunkelmänner im Hintegrund, Leute wie Mercer, Pompeo und Pence Trump wie eine Marionette steuern, um sich selbst und ihrer Klientel gewaltige Vorteile zu verschaffen?

Macht der Gedanke fröhlich, dass die USA bis an die Zähne bewaffnet sind? Es ist, als würde man einem 6-jährigen Kind eine halbautomatische Waffe in die Patsch-Händchen drücken und ihm zeigen, wie man damit schiesst. Denn:

Selbst Amerikaner, die halbwegs wach sind, sprechen von einer zerbrochenen Gesellschaft, deren Gemeinsamkeit unter der Fiktion des Sternenbanners beginnt – und dortselbst auch endet. Die Realität: Die USA sind ein grosses Raubtier-Gehege. Dort dominiert der skrupellose Kampf um die Fleischtöpfe.

Von Fleischtöpfen zu reden ist zynisch. Man schaut zu, wie US-Familien im Daimler vorfahren, um sich von einer Food bank, also einer Tafel eine warme, kostenlose Mahlzeit zu besorgen, weil im Eigenheim der Külschrank leer ist. Amüsant, nicht wahr?

Und es ist lustig, zuzuschauen, wie die US-Bürger ihre Demokratie verteidigen! Sie haben noch nicht bemerkt, dass die Clique in Washington die Demokratie längst wirksam bekämpft, und dies erfolgreich tun kann, weil sie, die Bürger nicht wissen, was eine Demokratie eigentlich ist.

Jaaa, aber die Amerikaner haben jede Möglichkeit, den gleichen Weg zu gehen wie zum Beispiel Steve Jobs, einer der Apple-Gründer! Diese beispielhafte Leuchte der amerikanischen Gesellschaft, milliardenschwer gesegnet, zahlt für den Unterhalt seiner beiden Töchter monatlich 300 Dollars, verweigert die Übernahme der Ausbildungskosten, kaufte die armselige Hütte, die seine Ex bewohnte und schmiss diese Frau einfach raus. Warum lacht hier keiner?

Bevor ich vergesse, es zu sagen: Joe Biden ist auch nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen.
Deshalb kann Trump gerne im Amt bleiben. Im Gegensatz zu Biden ist er wenigstens für lustige Fehlleistungen gut. Trump knochentrocken wäre nicht zu ertragen!

Und noch etwas zum Nachdenken: Es wird ca. 10 Jahre dauern, bis die Tränen in Berlin unsere BRD soweit hingerichtet haben, dass wir amerikanische Verhältnisse beklagen müssen. Ich bin dann fein raus – nämlich Asche.