Gegen das Dunkle

Es gibt Tage, die uns vor besondere Aufgaben stellen. Eine dieser Besonderheiten ist die Monotonie. Die Tage vergehen scheinbar gleichförmig, und auf den ersten Blick sind sie es auch. Soweit die negativ geprägte Sicht einer Lebensphase. Optimisten werden widersprechen. Für sie haben die Tage Struktur. Ich glaube, so nennen sie Tagesverläufe, die durch die Uhr und die Pflichten bestimmt werden.

Tatsächlich spielen solche Betrachtungen keine Rolle. Was immer man als Monotonie erlebt, erschwert das Leben. Eine negative Emotion lastet wie ein Stein auf der Seele. Und eine neue Frage baut sich turmhoch auf: Wie kriegt man Farbe in sein Dasein?

Keine Frage, man muss einen Weg finden, sein eigenes Leben wiederzubeleben. Wenn sich der Blick verengt hat und in einen dunklen Tunnel gerichtet ist, wenn man also nicht mehr wahrnimmt, wie bunt die Welt ist, wenn die Melancholie den Tag dominiert, dann sollte man sich den Details zuwenden, die uns umgeben. Dann sind alle Sinne gefordert, und jedes Detail verlangt volle Aufmerksamkeit. Schon ein brennendes Streichholz kann faszinieren. Die olfaktorische Wahrnehmung einer Pfanne Bratkartoffeln kann belebend wirken und Musik kann berauschen – sofern man seine Sinne bewusst und konzentriert einsetzt, wenn man sich also frei macht von Störendem. Es ist wie beim Weintrinken. Je teurer der Wein ist, desto mehr Aufmerksamkeit beim Trinken wird verlangt.

Fundort für die hier gepriesenen „Miniaturen“ ist die ganze Welt. Wo immer man hinschaut finden sich geeignete Objekte. Nimmt man sie unter der Lupe als Buntes wahr, so entsteht beim intuitiven Zusammenfügen anstelle des dunklen Tunnels ein grosses, buntes Bild.

Man darf zweifeln. Es gibt mehrere gute Gründe, weshalb dieses Kochrezept nicht immer funktioniert. Aber ausprobieren kann man es schon.

Und nicht vergessen: Die Welt ist auch dann noch bunt, wenn wir schwarzsehen!