Hommage auf Mutter Bavaria

Mir san mir! So die Bayern. Und dabei ist es ihnen völlig wurscht, ob sie nun in Lederhosen oder im Business-Dress mit scharfer Bügelfalte und Seidenkrawatte daherkommen.

Mir san mir. Das bedeutet, wir sind nicht irgendwer. Wir sind wichtig, hauptsächlich für Bayern und für uns selbst. Beachtet uns. Wir wissen, was wir wollen. Habt uns immer auf der Rechnung!

Ich bin ich! Gleiches Recht für alle, sage ich. Ich bin, also denke ich! Cogito ergo sum? Ja, das auch. Ich bin kein ein altes Schubkarrenrad, das nutzlos im Keller steht. Ich bin nicht irgendwer. Zwar besitze ich weder Lederhose noch Business-Dress, aber mehrere Jogginghosen und zwei Krawatten. Zwei! Und eine ist schwarz! Ich bin wichtig – für mich. Und ich weiss, was ich will. Meine Ruh‘ zum Beispiel. Oder eine Leberkäs-Semmel mit einer Halben Lagerbier.

Ich bin nämlich als Bayer geboren. Aber anders bajuwarisch aufgewachsen. So, als wäre ich als Kartoffel geboren und zur Schweinshaxe gereift. Deshalb agiere ich nicht typisch bayrisch. Zum Beispiel gilt für mich:

Kirche von aussen – Berge von unten – Wirtshaus von innen!

Immerhin haben meine Landsleute eines von drei Prinzipien mit mir gemeinsam. Das verbindet.

Allerdings muss man neuerdings in Bayern bittere Pillen schlucken. Gute Bayern wie ich leben im Exil, also weit, weit weg von München, und das Bayernland ist mittlerweile völlig durchseucht mit Deutschen. Und das wirtschaftlich starke Hamburg brüllt immer lauter:

Weg mit den Alpen! Wir fordern freie Sicht auf das Mittelmeer!

Da stockt mir doch der Atem, und ich kriege meine Semmelknödel nur noch zerkleinert runtergeschluckt! Aber sorge Dich nicht, Du Land der Bayern.

Bavaria, Du bist so schön!
Wirst Du im Chiemsee untergehn?
Nimmt so das Schicksal seinen Lauf,
dann mache ich den Deckel drauf.

Ich bin immer für Dich da, Du „liebliche“ Bavaria!

3 Antworten auf “Hommage auf Mutter Bavaria”

  1. K L A S S E !
    Als Mann aus dem südlichen Bembelland habe ich natürlich eine ganz eigene Sicht, wenn nicht ein ganz eigenes Verhältnis, zum Lande der Bayern.

    Aus einem frühen Lexikon des 19. Jahrhunderts weiss ich, dass die Bayern als ein Stamm am Nordrande des Alpengebirges sesshaft sind. Ein merkwürdiges Gebräu aus irdernen Gefässen zu sich nehmen; diese auch zu den häufig vorkommenden Raufhändeln gebrauchen.

    Meine knapp 90jährige turnt morgens zur Gümnastigsendung eines bayrischen Fernsehkanals. Dabei erschallt im Haus diese Seppelmusik, die ein normales Gehör martert.

    Mia san mia ist insofern für mich der Gipfel der Impertinenz. Man sitzt mit Bayern in einem Biergarten am Tisch. Sie reden einem mit Du an, um im gleichen Moment zu erklären, dass man sich keinesfalls ihnen zugehörig fühlen sollte, denn: mia san mia.

    Wie anders im südlichen Bembelland. Hier sitzt man in einer Apfelweinbeiz am Tisch beisammen und kann ein Gefühl des menschlichen Miteinanders erleben, das anderswo seinesgleichen sucht…. (Gerade heute Abend wieder erlebt)

    Schöne Grüsse, Herr Ärmel

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    1. Ich bin ein wenig neidisch. Irgend ein Teufel hat mich hierhin, in diese Ecke getrieben, wo man Bier und Korn trinkt. Abschreckend! So sitze ich zu Hause herum und quäle mich mit einer Flasche Rheingauer Riesling – was fehlt ist ein Leitersche mit Sauerkraut. So lernt man aber Bescheidenheit.
      Grüße retour!
      Roland

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      1. Ich bedaure Sie aufrichtig. Zumal wir Gestern abends zum ersten Mal auf einer dieser kargen Holzbänke Platz nehmen konnten.
        Apfelwein Dax in der Willemerstrasse. Handkäs mit Mussigg, Rindsworscht mit Kraut und ein Frankfurter Schnitzel. Dazu einen Vierer-Bembel und eine Flasche Wasser.
        Nach der Arbeit und auf dem Weg in den Dax besuchten wir noch den Hof im Feuerrädchen auf je zwei Gespritzte.

        Leiterscher, Schäufelscher, Rippscher und Haspelscher mit den entsprechenden Beilagen werden wir erst ab Herbst wieder zu uns nehmen.

        Sagen Sie dem Teufel adschee und gehen Sie dorthin, wo man es sich gutgehen lassen kann.

        Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende,
        Herr Ärmel

        PS: Kennen Sie schon die hessische Variante des beliebten Desserts Tira-mi-su?

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