Demos krátos – 2 –

In meinem ersten Beitrag dieses Titels bin ich irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Soeben ist mir eingefallen, wohin ich eigentlich wollte. Ich nehme also einen Anlauf und versuche es noch einmal.

Demos krátos ist, wie wir alle wissen, griechischen Ursprungs. Der Begriff stammt aus der Zeit vor Christi Geburt. Jahrhunderte lang hatte man in den Dörfern die Freien zusammengerufen, um Entscheidungen für die Dorfgemeinschaft zu diskutieren und zu treffen. Diese Prozedur, praktiziert in kleinen Verwaltungseinheiten verdient zu Recht das Prädikat „Demokratie“.
Beispiel: Ein Dorf hat 100 Bewohner, 30 davon waren Freie , 70 Frauen und Sklaven hatten nichts zu melden. Dann gab es ein Problem, 20 der Freien machten mit und beschlossen gemeinsam mit einfacher Mehrheit von 11 Stimmen eine Lösung. So könnte es gewesen sein. So geht Demokratie.

Nun schauen wir in die Neuzeit, also in die Gegenwart. Die Methode der antiken Griechen soll nun in einem Volk, das 330 Millionen zählt, praktiziert werden? Geht nicht gibt es. Und jeder weiss es. Zu Recht wird die Idee der Demokratie beiseite geschoben, man sucht und findet ein Surrogat, das zum Schein demokratisch funktioniert. Dann werden mit gekonnter Rhetorik Lorbeerkränze um den Krüppel gewunden, und das Ganze als Demokratie dem Volk verkauft, wohl wissend, dass man sich auf Dummheit und Bildungslücken verlassen kann.

Zyniker sagen, von allen Staatsformen sei die „Demokratie“ noch die beste. Deppen denken diese Aussage nicht bis zum Ende: Das heisst noch lange nicht, dass sie gut ist!