Gescheit? Nein, gescheitert!

Was nützt es, wenn man über sein Leben nachdenkt, und dabei der Versuchung nicht widerstehen kann, ein wenig tiefer zu graben, als man das normalerweise tut, wenn man überhaupt willens und in der Lage ist, dort zu graben, wo man Nuggets, oder auch nur rostige Nägel findet?

Im Laufe eines langen Lebens hat man eine Vielzahl von Ereignissen erlebt, die man als positiv oder als negativ bewertet und im Gedächtnisspeicher archiviert hat. Nehmen wir uns heute ein Erlebnis aus der Kindheit vor, das als positiv gilt. Vergessen, oder verdrängen wir es, so verbuchen wir einen Verlust. Wenn wir negative Situationen vergessen oder verdrängen, so sieht es nach einem Gewinn aus.

Nun analysieren wir unser ganzes Leben und trennen dabei Positives und Negatives. Vielleicht kommen wir dann zu einem Ergebnis, ein gutes Leben geführt zu haben? Das wäre dann ein Riesengewinn! Dies nicht zu bemerken wäre ein Riesenverlust.

Zu dieser Erkenntnis stehe ich. Aber das hier benutzte Denkschema ist zu primitiv, um das Thema weiterzuspinnen. Nein, es ist unbrauchbar. >Schon beim summarischen Negativum ist das Eis zu dünn.

Bleibt anzumerken, dass bei der eingangs angestellten Betrachtung alle Werturteile subjektiv sind. Das ist so auch richtig; wenn ein Mensch mit seinem Leben zufrieden ist, haben wir einen Idealfall vorliegen. Die Bewertung durch andere ist verzichtbar.

Aber was, wenn der selbstzufriedene Mensch ein schlimmer Finger ist? Ein subjektives Ideal und zugleich eine objektive Katastrophe? Hier droht schon wieder Unheil. Nichts wie weg, bevor das Gedankengebäude ganz zusammenkracht!