Neues aus den USA – 9 –

Eigentlich wollte ich mit dieser Serie Schluss machen. Aber das Thema ist so verdammt ergiebig, und ich lasse mich zu gerne verführen – erst Trump, dann Schoko-Eis mit Eierlikör …..

Man glaubt, man dürfe amüsiert sein, wenn der US-Präsident sich in die Hose scheisst und in einem Bunker verschwindet, um abzuwarten, bis die nun laufende Revolte den Weg alles Irdischen gegangen ist. So wartet man gespannt, wann er wieder ans Tageslicht kommt.

Man findet auch lustig, dass er in Pearl Harbor die Wracks der US-Schiffe besichtigte und fragte, was zum Teufel hier geschehen sei. Er wusste einfach nichts vom japanischen Überfall auf die US-Flotte im Jahr 1941.

Man grinst süffisant, wenn man kolportiert, der US-Präse könne weder richtig lesen noch richtig schreiben, sei ein totaler Schulversager gewesen, und die mit Diplomen geschmückte Kulisse sei von seinem Papa zusammengekauft worden.

Aber ist es auch lustig, wenn man erkannt hat, dass alle wichtigen Tweets von Ghostwritern geschrieben werden, die unter Trumps Namen Lügen verbreiten, und dass der Präse selbst nicht verstehen kann, was ihm untergeschoben wird?

Ist es spassig, dass die Dunkelmänner im Hintegrund, Leute wie Mercer, Pompeo und Pence Trump wie eine Marionette steuern, um sich selbst und ihrer Klientel gewaltige Vorteile zu verschaffen?

Macht der Gedanke fröhlich, dass die USA bis an die Zähne bewaffnet sind? Es ist, als würde man einem 6-jährigen Kind eine halbautomatische Waffe in die Patsch-Händchen drücken und ihm zeigen, wie man damit schiesst. Denn:

Selbst Amerikaner, die halbwegs wach sind, sprechen von einer zerbrochenen Gesellschaft, deren Gemeinsamkeit unter der Fiktion des Sternenbanners beginnt – und dortselbst auch endet. Die Realität: Die USA sind ein grosses Raubtier-Gehege. Dort dominiert der skrupellose Kampf um die Fleischtöpfe.

Von Fleischtöpfen zu reden ist zynisch. Man schaut zu, wie US-Familien im Daimler vorfahren, um sich von einer Food bank, also einer Tafel eine warme, kostenlose Mahlzeit zu besorgen, weil im Eigenheim der Külschrank leer ist. Amüsant, nicht wahr?

Und es ist lustig, zuzuschauen, wie die US-Bürger ihre Demokratie verteidigen! Sie haben noch nicht bemerkt, dass die Clique in Washington die Demokratie längst wirksam bekämpft, und dies erfolgreich tun kann, weil sie, die Bürger nicht wissen, was eine Demokratie eigentlich ist.

Jaaa, aber die Amerikaner haben jede Möglichkeit, den gleichen Weg zu gehen wie zum Beispiel Steve Jobs, einer der Apple-Gründer! Diese beispielhafte Leuchte der amerikanischen Gesellschaft, milliardenschwer gesegnet, zahlt für den Unterhalt seiner beiden Töchter monatlich 300 Dollars, verweigert die Übernahme der Ausbildungskosten, kaufte die armselige Hütte, die seine Ex bewohnte und schmiss diese Frau einfach raus. Warum lacht hier keiner?

Bevor ich vergesse, es zu sagen: Joe Biden ist auch nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen.
Deshalb kann Trump gerne im Amt bleiben. Im Gegensatz zu Biden ist er wenigstens für lustige Fehlleistungen gut. Trump knochentrocken wäre nicht zu ertragen!

Und noch etwas zum Nachdenken: Es wird ca. 10 Jahre dauern, bis die Tränen in Berlin unsere BRD soweit hingerichtet haben, dass wir amerikanische Verhältnisse beklagen müssen. Ich bin dann fein raus – nämlich Asche.

8 Antworten auf “Neues aus den USA – 9 –”

  1. Ich weiss nicht so recht, woher die „Informationen“ hier stammen. Ich haette doch ganz gerne Belege, denn Vieles scheint mir eher der Geruechtekueche zu entstammen.
    Nicht, dass ich die Lage hierzulande nicht auch ganz erschreckend faende, aber aus anderen Gruenden.

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    1. Aber ich weiss, wo die Info’s herkommen: Kommentare in US-Medien wie CNN und VOX news (!). Man muss halt täglich zuhören. Aber das sagt nichts über den Wahrheitsgehalt von Meldungen. Nun weiss jeder, dass alle Beteiligten lügen, dass sich die Balken biegen. Alle! Und deshalb darf man sich als Aussenstehender schon mal fragen, wieso sie diese Lügerei eigentlich benötigen. Da lohnt es sich, mal unter den Teppich zu schauen.

      Unsere Atlantiker kann man vergessen. Ihre Ideologie hat sie erblinden lassen, und sie sehen so viel wie ein Grottenolm.

      Die Lage hierzulande? Ich bin Jahrgang 1940 und habe das „Goldene Zeitalter“ der BRD mitgelebt. Und ich konnte verfolgen, wie die sozial-liberale Prägung der innerdeutschen Politik abgebaut wurde. Die Zustände wurden unerträglich – lange vor der AfD. Auch ohne die Neo-Nazis sind wir längst, was die Amerikaner über ihren eigenen Staat sagen: Eine „broken sociaty“.

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  2. ‚Nur zu Ihrerr Information: ich hoere (und sehe) zu! Tagtaegich!
    Als jemand, der Zeit seines Lebens politisch und gesellschaftlich interessiert war, und der seinen Schuelern immer eine kritische Haltung anerzogen und abverlangt hat, habe ich die Situation in den USA schon immer verfolgt. Und das tue ich ganz besonders jetzt, da ich seit nunmehr ueber 10 Jahren hier in den USA lebe. Ich verfolge tagtaeglich die unterschiedlichsten Medien. Ich bilde mir daher ein gut informiert zu sein, habe aber doch von Vielem in Ihrem Artikel noch nie etwas gehoert bzw. gelesen.

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    1. Hm. Ich verstehe. Allerdings verzichte ich auf eine Erklärung der Prozeduren zur Indoktrination der Fernsehzuschauer. Ich habe das System in DE studiert. Unsere TV-Verantwortlichen haben in den USA gelernt.
      Um nicht in Rätseln zu sprechen: Das öffentliche deutsche Fernsehen hat einen Bildungsauftrag. Einer der Bosse erklärte vor laufender Kamera, man werde die Zuschauer umerziehen. Ich war dabei, habe es gesehen und gehört. Nun können Sie versuchen, analytisch vorgehend herauszufinden, was Erziehungsziel sein soll. Und anschliessend wenden Sie Erlerntes in den USA an. Aber immer besser: Lassen Sie den Quatsch. So erspart man sich Kummer.

      Gruss RRisch

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