Ein Blick zurück

Kurt Tucholsky war ein deutscher Schriftsteller von hohem Rang. Er lebte von 1890 bis 1935 und verstand sich als linker Demokrat, Antimilitarist und Pazifist.

Dieser Mann schrieb m i r ins Stammbuch:

Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr.

Der gute Mann hat meine heutige Situation zutreffend beschrieben, als hätte er mich gekannt. Nur: Wenn er das vor 100 Jahren so formulierte, so ist die Quelle doch wohl sein Umfeld, und die Werkzeug seine Beobachtungsgabe und sein Wortwitz! Es ist direkt enttäuschend, annehmen zu müssen, dass Menschen meiner Wesensart auch weit vor meiner Zeit zu finden waren. Ich bin kein Unikat, kein Kind des 20. Jahrhunderts – nur ein Mensch! Wie gewöhnlich!

Und schon erkenne ich einen scheinbaren Widerspruch. Wenn man wie ich die Last einer ausgeprägten sozialen Gesinnung mit sich umher schleppt, den militärischen Scheiss verflucht und ziemlich idiotisch dem Gedanken an Völkerverständigung nachhängt, dann sollte es Ereignisse wie den 2. Weltkrieg nicht geben können …. oder? Was lief, und was läuft heute noch schief?

Diese Frage ist rein rhetorisch zu verstehen. Ein jeder kennt die Antwort. Sie klingt grosskotzig, aber ich schreibe sie dennoch hier hin:

Nur ein kleiner Teil der Menschheit ist für Massnahmen zum Erhalt einer friedllichen Welt qualifiziert. Es regieren leider Gier und Dummheit. Die kleine Schar der sozial Intelligenten, der Idealisten, der Humanisten und Altruisten, also diese ganze …..isten-Bagage wird zusammengetrieben und im Klo weggesperrt, wenns gut geht. Stalin zum Beispiel war konsequenter, er hat sie töten lassen.